Ausgebliebener bzw. unvollständiger Abstieg des Hodens

Gesundheitslexikon: Hodenhochstand

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16. Oktober 2019 - 9:22 Uhr

Früher Handlungsbedarf bei Hodenhochstand

Der vor allem bei Babys auftretende Hodenhochstand ist nicht leicht zu erkennen, sollte aber unbedingt bis zum Ende des ersten Lebensjahres behandelt werden. Deshalb ist es wichtig, sich über die Formen des Krankheitsbildes, die Therapiemöglichkeiten und besonders die zeitliche Dringlichkeit beim Neugeborenen, den Hodenhochstand behandeln zu lassen, zu informieren. Neben der Diagnostik werden Sie ebenfalls über die Ursache der Krankheit aufgeklärt.

Was ist Hodenhochstand und welche Ursachen gibt es?

Obwohl lediglich drei Prozent aller Neugeborenen in Deutschland unter Hodenhochstand leiden, ist es angeraten, sich über die unterschiedlichen Formen und eigenen Möglichkeiten zur Feststellung schlau zu machen. Hodenhochstand kann sich in Form von Bauch-, Leisten- oder hochskrotalem Hoden darstellen. Die sich im Bauchbereich des Fötus bildenden Keimdrüsen wandern während der Entwicklungsphase vom Bauch in den Hodensack. Befinden sich nach der Geburt beide oder eine Keimdrüse(n) noch im Bauch- oder Leistenbereich beziehungsweise sind nicht vollends im Hodensack, spricht man vom Krankheitsbild des Hodenhochstands. Ursächlich ist somit immer der fehlende Entwicklungsabschluss der Keimdrüsen. Hierbei können beide oder nur ein Hodensack von fehlenden Keimdrüsen betroffen sein.

Symptome und Diagnose des Krankheitsbildes

Glücklicherweise leiden betroffene Kleinkinder nicht unter Schmerzen. Eine fehlende Behandlung hat allerdings sehr Wahrscheinlich negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes. Da es den Spermien beziehungsweise Keimdrüsen im Bauch- und Leistenbereich zu warm ist, kann ein unbehandelter Hodenhochstand Einfluss auf die Zeugungsfähigkeit nehmen. Des Weiteren sind die Hoden schwieriger zu untersuchen und die Gefahr, an einem Hodentumor zu erkranken, ist erhöht. Kinderärzte führen Diagnosen beim liegenden oder im Schneidersitz befindlichen Baby in warmer Umgebungstemperatur durch. Grundsätzlich dienen Sicht- und Tastproben der Befunderhebung. In manchen Fällen bieten sich Ultraschall- und Blutuntersuchungen an. Ein Hodenlageprotokoll durch die Eltern ist ebenfalls denkbar.

Welche Behandlung- und Therapiemöglichkeiten gibt es?

Um negative Auswirkungen auf die Gesundheit des Kindes auszuschließen, sollten Behandlungen des Hodenhochstands spätestens bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres abgeschlossen sein. Zumeist warten Kinderärzte für den Beginn einer Therapie den sechsten Monat ab. Bis dahin wandern bei einigen Kindern die Keimdrüsen noch von selbst in ihre vorgesehene Endposition. Beginnend mit einer Hormontherapie mittels Nasenspray oder Spritzen können die Keimdrüsen beim Abschluss ihres Entwicklungsprozesses unterstützt werden. Reicht dies nicht aus, wird der Hodenhochstand in der Regel operativ behoben. Eine regelmäßige Kontrolle ist bei von dem Krankheitsbild betroffenen Kindern immer angezeigt.

Vorbeugung durch die Behandlung und nach Behebung des Krankheitsbildes

Grundsätzlich wird das Krankheitsbild unmittelbar nach der Geburt oder im Rahmen der regelmäßigen Kleinkindsuntersuchungen festgestellt. Da es sich um einen Entwicklungsrückstand handelt, welcher noch im Bauch der Mutter entsteht, sind vorbeugende Maßnahmen nicht möglich. Die Behandlung des Hodenhochstands beugt allerdings einem erhöhten Risiko für Folgeerkrankungen vor. Trotzdem sollten Jugendliche und Erwachsene, welche als Baby wegen Hodenhochstand behandelt wurden, die Position ihrer Hoden sowie die Hoden selbst regelmäßig auf Verhärtungen prüfen. Des Weiteren sind Vorsorgeuntersuchungen anzuraten und die eigenen Kinder sollten später über den Umstand des Hodenhochstands im Babyalter in Kenntnis gesetzt werden.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.