Williams kündigt Plan an

F1-Rennstall will bis 2030 klimapositiv sein

13. Oktober 2021 - 18:23 Uhr

Williams schielt auf Klima-Pole

Der Formel-1-Rennstall Williams hat einen ehrgeizigen Plan ausgerufen. Das Traditionsteam aus England will bis 2030 "klimapositiv" sein. Also mehr C02-Emissionen kompensieren, als verbrauchen. Im RTL-Interview erklärt Teamchef Jost Capito das Projekt, warum die F1 als Technologie-Vorreiter für den Klimaschutz wichtig ist und was das alles mit Kühlschränken zu tun haben kann – oben im Video.

"Tempomacher für Nachhaltigkeit"

Bei den Rennen meist abgeschlagen, will Williams beim Kampf gegen den Klimawandel jetzt die Pole Position holen. Das Team steckt sich hohe Ziele. Der Rennstall des deutschen Teamchefs Jost Capito teilte am Mittwoch mit, dass er als erstes F1-Team bis 2030 klimapositiv sein will.

Um das zu erreichen, verschreibt sich Williams einem Fünf-Punkte-Plan der Nachhaltigkeit. Verschiedene technologische und datenbasierte Innovationen sollen bei der konkreten Umsetzung helfen. Unter anderem sollen bei Reisen und am Hauptsitz in Grove CO2-Emissionen eingespart werden. Ein weiteres Ziel: Am Werk sollen Wasserverbrauch und Abfälle weniger werden, in den kommenden Jahren soll dort eigene Energie erzeugt werden.

Nach eigenen Angaben ist Williams nun der erste F1-Rennstall, der die Initiative "Sports for Climate Action Framework" der Vereinten Nationen unterzeichnet hat.

F1 tüftelt an neuem Kraftstoff

"Als Team wollten wir der Tempomacher für Nachhaltigkeit im globalen Motorsport und der breiteren Autoindustrie sein", sagte Team-Boss Capito. "Wir werden unser Wissen nutzen, um fortgeschrittene Technologie erwachsen zu lassen und zu entwickeln, um dieses Ziel zu erreichen."

In den vergangenen Jahren gewann das Thema Umweltschutz in der Formel 1 an Bedeutung. Die Königsklasse selbst will bis 2030 klimaneutral sein, sprich einen Netto-Null-Kohlenstoffausstoß erreichen. Jüngst kündigte die F1 an, einen Kraftstoff zu entwickeln, der nicht nur nachhaltig ist, sondern auch in "jedem Serienfahrzeug mit Verbrennungsmotor" eingesetzt werden kann. Spätestens bis 2026 soll es so weit sein.

Kritik an der Rennserie gibt es dennoch reichlich. So ist vor allem der massiv aufgeblähte Rennkalender, 2022 mit 23 Rekord-Rennen rund um den Globus, ein großer Kritikpunkt. Diesen benennt zum Beispiel auch Sebastian Vettel immer wieder. (msc)