Neuer Frust für Vettel?

Aston Martin verzwergt seine Ziele

Wird wohl wieder eine zähe Saison für Sebastian Vettel.
Wird wohl wieder eine zähe Saison für Sebastian Vettel.
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29. Mai 2021 - 11:45 Uhr

Wie geht es weiter für Sebastian Vettel?

Eigentlich will Sebastian Vettel seinen Frust aus der vergangenen Formel-1-Saison mit Ferrari beim neuen Arbeitgeber Aston Martin abschütteln. Doch der Start ist verkorkst. In Monaco gibt zwar ein wuchtiges Lebenszeichen, aber wie nachhaltig ist das?

Monaco als Hoffnung, aber auch mehr?

Sebastian Vettel kann es noch. Und endlich konnte er es mal wieder beweisen. Im Fürstentum fuhr er das beste Rennen seit vielen Monaten. Der 53-malige Grand-Prix-Sieger kitzelte auf der legendären Fahrerstrecke in Monaco alles raus, was in seinem weiter nur mittelmäßigen Aston Martin steckt. Vettel fuhr seine ersten WM-Punkte für den neuen Arbeitgeber ein, ließ nebenbei Weltmeister Lewis Hamilton hinter sich und wurde von den Formel-1-Fans weltweit zum "Fahrer des Tages" noch vor Rennsieger Max Verstappen gewählt.

"Es war ein spannendes Rennen mit einem guten Ausgang für uns", sagte Vettel. "Platz fünf ist mit Sicherheit ein guter", analysierte er, der in den sieben Rennen zuvor leer ausgegangen war, bei Sky recht nüchtern: "Wir wussten, dass wir in Monaco etwas mehr rausholen können, das ist uns an diesem Wochenende gelungen." Aber wie geht es nun weiter? Geht es weiter nach oben? Nun, Vettel droht der nächste Dämpfer, der nächste Frust. Denn sein neues Team korrigiert die Saisonziele nach unten. Und zwar gewaltig. Statt in der Konstrukteurswertung Platz drei anzugreifen, scheint es nun eher um Platz fünf zu gehen.

Nur ein Überholmanöver, kein Crash: Monaco-GP zum Gähnen

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Anschluss ans Mittelfeld bereits verloren

"Ich denke leider, dass P3 vermutlich einen Schritt zu weit [weg] ist", erklärte Teamchef Otmar Szafnauer nach dem Monaco-Rennen. Mit gerade mal 19 Punkten liegt sein Duo tatsächlich deutlich hinter den Konkurrenten McLaren (80 Punkte) und Ferrari (78). Über das Spitzenduo Mercedes (148) und Red Bull Racing (149) braucht erst gar niemand zu sprechen. "Wir werden hart im Mittelfeld kämpfen, um zu sehen, wie hoch wir kommen können", kündigte Szafnauer an. "Wir wären am Ende des Jahres gerne in der oberen Hälfte", so der Teamchef. Das wäre mit Platz fünf geschafft. Das Auto ist nicht schnell genug. Bittere Realität für das Team. Für Vettel. Das Team hadert dabei mit den zu dieser Saison eingeführten Aero-Regeln im Heckbereich und am Unterboden und fühlt sich dadurch massiv benachteiligt

Nach dem verkorksten Saisonstart hatte der viermalige Weltmeister im exklusiven RTL/ntv-Interview erklärt, dass er weiter optimistisch ist: "Die Hoffnung besteht immer. Wenn die nicht besteht, ist es Zeit, etwas anderes zu tun", sagte Vettel. "Das ganze Team ist motiviert. Der Enthusiasmus ist da, die Stimmung ist gut." Genügend Biss habe er definitiv, stellte Vettel klar. "In der Hinsicht bin ich selbstkritisch genug. Ich stelle mir auch selbst oft genug die richtigen Fragen. Wenn das nicht mehr der Fall wäre, hätte ich kein Problem damit zu sagen, dass es das war", so Vettel. "Nur hierzubleiben, dass ich ein bisschen rumfahren kann, wäre Zeitverschwendung. Dafür bin ich zu ehrgeizig. Dafür habe ich zu viel erreicht in der Vergangenheit. Dafür ist mein Anspruch zu hoch." (tno)