Platz 2 in Ungarn futsch

FIA lehnt Aston-Martin-Antrag ab: Vettel bleibt disqualifiziert

10. August 2021 - 16:31 Uhr

Sebastian Vettels Disqualifikation bestätigt

Aston Martin ist mit seinem Antrag, die Disqualifikation von Sebastian Vettel nach dem Formel-1-Rennen in Budapest zu revidieren, bei der FIA gescheitert. Die von dem Rennstall vorgelegten "neuen Beweise" seien irrelevant, hieß es in der Urteilsbegründung des Automobil-Weltverbandes am Montagabend.Vettels 2. Platz beim Ungarn-GP ist damit wohl endgültig futsch, ebenso die 18 WM-Punkte.

Aston Martins Beweise irrelevant

Die Rennkommissare hatten Vettel nach dem turbulenten GP auf dem Hungaroring disqualifiziert, weil aus dem Boliden des 34-Jährigen lediglich 0,3 Liter Benzin geborgen wurden, statt der im Reglement festgeschriebenen Menge von 1 Liter.

Aston Martin legte Einspruch ein. Das Team wollte ursprünglich anhand "neuer Beweise" zeigen, dass sich in Vettels Auto nach dem Rennen noch 1,74 Liter befanden. Bei weiteren Analysen habe Aston Martin allerdings einen Defekt in der Kraftstoffversorgung festgestellt, der dafür verantwortlich gewesen sei, dass nur 0,3 Liter Sprit aus dem AMR21 gepumpt werden konnten, hieß in der FIA-Mitteilung.

Dies sei zwar ein "neuer Beweis", so die FIA. Aber: "Für die Beurteilung der Frage, ob die 1-Liter-Auflage gebrochen wurde oder nicht, ist es unerheblich, warum weniger als ein Liter vorhanden war", lautet die Begründung des Weltverbandes. Es sei die "alleinige Verantwortung des Wettbewerbers, sicherzustellen, dass das Fahrzeug zu jeder Zeit dem Reglement entspricht. Es ist kein Argument, zu behaupten, dass kein Leistungsvorteil erzielt wurde."

Protest gegen Disqualifikation läuft noch

Um wirklich an der Disqualifikation zu rütteln, hätte Aston Martin also beweisen müssen, dass in Vettels Wagen nach dem Ungarn-GP tatsächlich noch mindestens ein Liter Benzin steckte.

Die von dem Rennstall vorgelegte Erklärung, warum "diese Voraussetzung nicht erfüllt werden konnte (der Defekt in der Kraftstoffversorgung, Anm. d. Red.), ist für die Entscheidung, ob ein Regelverstoß vorliegt, nicht relevant", ließen die Regelhüter wissen.

"Das ist enttäuschend", sagte Aston-Martin-Teamchef Otmar Szafnauer. Das Team werde nun auch seine Position mit Blick auf den Protest vor dem Berufungsgericht der FIA noch einmal betrachten. Denn Aston Martin hatte auch gegen die Vettel-Disqualifikation an sich Protest eingelegt. Dieser wird vor dem Berufungsgericht des Automobilweltverbandes gesondert behandelt. (mar/dpa)