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Formel 1: Saftiger Reifen-Nachteil! Fährt Williams in Bahrain hinterher? Teamchef Jost Capito im Interview

Jost Capito vor dem F1-Saisonauftakt

Großer Nachteil! Williams muss "unheimlich viel über die Reifen lernen"

Fährt der F1-Traditionsrennstall Williams beim Saisonstart der Königsklasse am Wochenende in Bahrain ( Sonntag ab 16 Uhr im RTL-Liveticker ) chancenlos hinterher? Teamchef Jost Capito hegt jedenfalls nicht allzu große Hoffnungen für den Startschuss ins Rennjahr 2022. Im RTL/ntv-Interview gibt es das Motto für Bahrain aus und betont, dass man davor das Mercedes-Team auf keinen Fall unterschätzen sollte. Warum? Das verrät Capito oben im Video!

Williams fehlen die Daten aus den so wichtigen Reifentests

2022 ist in der Formel 1 alles anders – auch die Reifen. Während die anderen Teams schon im vergangenen Jahr mit den neuen Pneus getestet haben und so kostbares Wissen über die Gummis sammeln konnten, fehlen Williams all diese Informationen, denn: Als 2020 die Entscheidung getroffen werden musste, ob man 2021 Extrakilometer mit den neuen Reifen fahren wollen würde, entschied man sich damals noch unter alter Teamführung und vor dem Teamverkauf dagegen. Um Kosten zu sparen!

„Wir gehen ins erste Rennen, um noch viel zu lernen“, sagt Capito deshalb. „Wir müssen unheimlich viel über die Reifen lernen, das ist für uns das Wichtigste.“ Es sei klar, dass Williams „aufgrund der fehlenden Reifendaten einen ganz großen Nachteil“ hat. Bitter! Es heißt also: Lernen, lernen, lernen statt punkten, punkten, punkten.

 Formula 1 2022: Barcelona February testing CIRCUIT DE BARCELONA-CATALUNYA, SPAIN - FEBRUARY 23: Alex Albon, Williams FW44 during the Barcelona February testing at Circuit de Barcelona-Catalunya on Wednesday February 23, 2022 in Barcelona, Spain. Pho
Alex Albon im Williams
www.imago-images.de, imago images/Motorsport Images, Mark Sutton via www.imago-images.de

Capito: Darum sollte niemand Mercedes in Bahrain unterschätzen

Dass hingegen Ferrari und Red Bull ganz vorne mitfahren werden, davon geht auch Capito aus. Doch auch Mercedes zählt er zu den Siegfavoriten. „Ich denke, dass Mercedes nie zu unterschätzen ist“, betont der 63-Jährige. „Mercedes kann auch sehr schnell reagieren. Sie haben viele Daten gesammelt, sind viele Kilometer gefahren und ich würde Mercedes da in keiner Weise abschreiben.“

Capito erwartet, dass die Silberpfeile binnen einer Woche von den Tests bis zum Rennen viele Schwachstellen abgestellt haben werden. Außerdem: „Sie haben auch zwei sensationelle Fahrer, das kommt auch noch dazu.“ Neben Lewis Hamilton sitzt diese Saison schließlich auch Ex-Williams-Pilot und damit Capitos bisheriger Schützling George Russell im Mercedes.

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Keine "Mittelfeld-Hierarchie" 2022?

Wie nah das Mittelfeld beieinander sein wird, da will sich der Williams-Boss nicht festlegen. Kann man auch gar nicht, glaubt er: „Es gibt viele unterschiedliche Konzepte und Auslegungen des Reglements und das kann sich auf vielen unterschiedlichen Strecken unterschiedlich auswirken. Sodass es durchaus sein kann, dass es im Mittelfeld keine starre Hierarchie gibt.“

Dabei könnte auch das „Bouncing“ der 2022er-Modelle weiter eine Rolle spielen. Bei Williams ist das Problem allerdings nicht so groß. „Ist das gut oder ist das schlecht? Das wird sich noch rausstellen“, sagt Capito mit einem Lächeln. „Weil wenn das Auto langsam ist und nicht bounct, dann ist es besser, wenn das Auto schnell ist und bounct.“ (fgö/ssc/ana)