Spektakuläre Aufnahmen im Big Apple

Die "Bullen" rasen sich in Manhattan für den US-GP warm

19. Oktober 2021 - 16:24 Uhr

Perez driftet sich in die Parklücke

Die "Roten Bullen" galoppieren sich in der Weltmetropole New York schon mal warm für den Großen Preis der USA am kommenden Wochenende (ab 21 Uhr im RTL-Liveticker). Vielleicht hilft es ja: Denn das Rennen in Austin (Texas) ist alles andere als eine gemähte Bullen-Weide. Die spektakulären Manöver und Stunts der NYC-Fahrt von Sergio Perez im RB7 vor einer Woche sehen Sie oben im Video.

Erst durch Manhattan, dann über den "COTA"

Red Bull Racing goes USA: Vor dem kommenden Grand Prix in Austin nutzte das Team die Gunst der Stunde und raste durch den teils abgesperrten Big Apple. Ob der aktuelle "Checo"-Dienstwagen genauso geschmeidig um die Ecken driftet wie das 2011er Auto (RB7) in Manhattan, ist eine der großen Fragen vor dem Wochenende.

Im vergangenen Jahr fiel das Rennen im Cowboy-Land der Corona-Pandemie zum Opfer. Bei den Austragungen davor muss man eine Weile zurückblättern, um einen Red-Bull-Triumph zu finden. Der fällt tatsächlich noch in die Vettel-Ära. 2013 feierte der damals 26 Jahre alte Pilot den Sieg auf dem Weg zu seinem vierten und letzten Titel. Mit einer Ausnahme von Kimi Räikkönen (Ferrari/2018) ist der Circuit of the Americas eindeutig Mercedes-Territorium. Fünfmal stand Ober-Sheriff Lewis Hamilton ganz oben auf dem Treppchen, 2019 folgte dann Valtteri Bottas. Doch das ging eigentlich unter, denn seinem Garagennachbar reichte Platz 2 zum vorzeitigen Titelgewinn. Texas wurde zur Titelparty.

Diese Mercedes-Doppelspitze wollen die "Bullen" unbedingt verhindert. Erwartet wird in Austin die Fortsetzung des Dauer-Zweikampfs zwischen Hamilton und Verstappen. Nur sechs Pünktchen trennen die beiden Schwergewichte. Der Trend spricht derzeit für Mercedes. Erstmals seit dem Saisonbeginn (Portugal/Spanien) gelangen den Schwarzpfeilen zwei Siege in Folge. Nach Hamiltons Sieg in Russland folgte der Bottas-Triumph am Bosporus. Und wohl nur die Startplatzstrafe für den Weltmeister verhinderte den Mercedes-Doppelsieg. Das deutsche Team ist im Aufwind und mit neuem Verbrennungsmotor im Heck dürften keine Zuverlässigkeits-Probleme dazwischenfunken.

Mercedes wirkt voller Tatendrang. "Die Saison hatte viele Wendungen, also sind wir bereit für alles was kommen mag am Wochenende in Texas", sagte Teamchef Toto Wolff. "Die Strecke ist ein Spaß-Track für die Fahrer. Es gibt ein paar schnelle und fließende Kurven und ein paar technische Sektionen und guten Überholmöglichkeiten."

Gibt's wieder Bodenwellen Kopfschmerzen?

Es ist also alles angerichtet nach zwei Jahren Austin-Pause. Kopfschmerzen bereiten vielen Fahrern noch die heftigen Bodenwellen – nicht nur im übertragenen Sinne. Vor zwei Jahren, beim bisher letzten Rennen, verursachte die buckelige Strecke tatsächlich physische Schmerzen bei einigen Piloten. Hamilton klagte beispielsweise nach den ersten Sessions über Beschwerden. Vor der 2021er Auflage wurden nun 40 Prozent der Strecke neu asphaltiert. Die genaue Beschaffenheit der Strecke stellt die Teams und auch Reifenhersteller Pirelli vor Rätsel.

"Aufgrund der Corona-Beschränkungen konnten wir unser Personal nicht zur Analyse des neuen Asphalts entsenden. Er ist also für alle ein Fragezeichen. Die endgültigen Auswirkungen auf die Reifen und die Performance des Autos werden wir erst vor Ort feststellen", sagte ein leicht ratlos wirkender Pirelli-Sportchef Mario Isola. Kein Wunder also, dass AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly ein "komplizierteres Rennwochenende" erwartet.

Kompliziert wird's vor allem, wenn man nicht vorne startet. Seit 2012 gastiert die Strecke im Formel-1-Rennzirkus. Auffallend wie der Turm in der Mitte der Strecke und die steile Gerade vor der ersten Kurve ist der Fakt, dass alle bisherigen Rennsieger aus der ersten Reihe starteten. Dem Qualifying kommt daher umso mehr Bedeutung zu. Da helfen sonst auch die besten Einparkskills im RB7 in Manhattan nicht weiter. (msc)