Schnappt Red Bull sich das Mercedes-Juwel?

Marko: "Russell ist sicher eine Überlegung wert"

Beide schätzen sich, trotzdem sorgt der Gedanke an diese Kombination für Zündstoff: Max Verstappen und George Russell.
Beide schätzen sich, trotzdem sorgt der Gedanke an diese Kombination für Zündstoff: Max Verstappen und George Russell.
© Imago Sportfotodienst

14. Juli 2021 - 13:30 Uhr

Neues Feuer im Fahrermarkt

Ein Fahrerduo Max Verstappen und George Russell? Diese Vorstellung sorgt bei vielen Formel-1-Fans für leuchtende Augen. Eigentlich gilt der junge Brite als designierter Nachfolger für Lewis Hamilton bei Mercedes und soll laut Medienberichten schon 2022 als Teamkollege des siebenmaligen Weltmeisters bei den Silberpfeilen antreten. Kommt dieser Deal allerdings entgegen aller Erwartungen nicht zustande, stehen die Interessenten für Russell schon Schlange. Für den Fall der Fälle wirft nun auch Red Bull den Hut in den Ring.

Stuhl von Pérez wackelt schon wieder

"George (Russell) ist sicher eine Überlegung wert, wenn man seine Leistungen ansieht, die er bei Williams gerade abliefert", erklärt Red Bulls Motorsport-Konsulent Dr. Helmut Marko. Der Doktor macht sich aber keine Illusionen, dass eine Verpflichtung des Juwels sehr schwierig wird: "Es ist utopisch, weil Mercedes einen riesigen Fehler machen würde, wenn sie ihn nicht zu sich holen. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen." Zumal Russell erst kürzlich äußerte, dass er 2022 mit einem Mercedes-Motor im Heck an den Start gehen wird.

Typische Floskeln während der sogenannten "Silly Season", die ihren Namen nicht umsonst trägt. Bei allen Spekulationen steht aber fest: Max Verstappen ist bis Ende 2023 vertraglich an Red Bull gebunden. Wegen des aktuellen sportlichen Erfolgs scheint ein Abgang daher höchst unwahrscheinlich. Deutlich offener ist die Situation um das zweite Cockpit bei den Bullen. Neuzugang Sergio Pérez besitzt lediglich einen Kontrakt bis Ende dieses Jahres. Nach mittelmäßigen Leistungen in der aktuellen Saison muss der Mexikaner um seinen Verbleib im Team kämpfen.

Hungrige Red-Bull-Junioren warten

SPIELBERG, AUSTRIA - JULY 01: Pierre Gasly of France and Scuderia AlphaTauri talks in the Drivers Press Conference during previews ahead of the F1 Grand Prix of Austria at Red Bull Ring on July 01, 2021 in Spielberg, Austria. (Photo by Bryn Lennon/Ge
Würde gerne wieder im "großen" Schwesterauto sitzen: Pierre Gasly.
© Getty Images, Bongarts, JB1 / AJB

Neben Russell sind insbesondere die Nachwuchs-Stars aus dem Hause Red Bull in der Verlosung für den Sitz. In der Vergangenheit besetzten Marko und Co. ihre Cockpits mit Ausnahme von Pérez immer mit Fahrern aus den eigenen Reihen. So kamen etwa Daniel Ricciardo, Max Verstappen oder auch Sebastian Vettel zu ihren Chancen im Mutterteam, nachdem sie zuvor bei Toro Rosso (heute AlphaTauri) ihre ersten Erfahrungen sammelten.

AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly unternahm diesen Schritt 2019 schon einmal und scheiterte. Yuki Tsunoda kämpft in seiner Rookie-Saison noch mit Anpassungsschwierigkeiten und gilt daher ebenfalls als unwahrscheinlich für einen Aufstieg. Ein weiteres Jahr in Saus und Braus für Checo Pérez bleibt damit eine Option für Red Bull. Doch es wäre nicht die Formel 1, wenn sich die Teams nicht trotzdem anderweitig umsehen. (lde)