Haas-Pilot weiter in der Kritik

Nach Skandal-Video: Mazepin löscht Entschuldigung

Nikita Mazepin in seinem Rennwagen.
Nikita Mazepin in seinem Rennwagen.
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18. Dezember 2020 - 14:21 Uhr

Mazepin-Skandal köchelt weiter

Der Sexismus-Skandal um Rennfahrer Nikita Mazepin, der ab kommender Saison als Teamkollege von Mick Schumacher bei Haas in der Formel 1 fahren soll, geht in die nächste Runde: Der 21-Jährige hat seine Entschuldigung in den sozialen Medien gelöscht, nachdem sich das mutmaßliche Opfer erneut zu dem Vorfall geäußert hatte.

War die Entschuldigung überhaupt aufrichtig?

"Ich würde mich gerne für mein unangebrachtes Verhalten entschuldigen. Mir tut leid, dass ich das Haas-F1-Team blamiert habe. Als Fahrer in der Formel 1 muss ich mich an einen höheren Standard halten. Ich verspreche, daraus zu lernen", hatte Mazepin unmittelbar nach dem Auftauchen des Skandal-Videos mitgeteilt.

Seit Donnerstagnachmittag (17. Dezember) fehlt von seinem Statement auf den offiziellen Accounts des Russen jede Spur. Das sorgt unter Formel-1-Fans für weiter Wirbel.

Meinte der zukünftige Haas-Pilot überhaupt ernst, was er da schrieb? Oder war die Entschuldigung vor allem der Versuch, seine Formel-1-Karriere zu retten? Bei seinem neuen Arbeitgeber kam das Grapsch-Video nämlich gar nicht gut an.

"Haas duldet das Verhalten Nikita Mazepins in dem kürzlich geposteten Video nicht", teilte der Rennstall nach Bekanntwerden des umstrittenen Clips mit. "Allein die Tatsache, dass dieses Video veröffentlicht wurde, empfinden wir als abscheulich." Teamchef Günther Steiner hatte angekündigt, den Vorfall intern zu behandeln – eine mögliche Strafe aber nicht zwingend öffentlich mitzuteilen.

Mazepin wird für Haas zum Imageproblem

Was es bedeutet, dass Nikita Mazepin jetzt seine Entschuldigung gelöscht hat? Unklar.

RTL-Experte Felix Görner ist zumindest sicher: "Haas muss sich entscheiden: War es ein einmaliger Vorfall? Oder gibt es bei ihm ein größeres Problem, sich an gewisse Manieren und Verhaltensweisen als Vorbild in der Formel 1 und in der Öffentlichkeit zu halten?" Sonst könnte das Imageproblem für Haas immer größer werden. "Die Formel 1 versucht sich seit Jahren von einem althergebrachten, sexistischen Bild zu verabschieden. Gerade in Amerika und bei Besitzer Gene Haas wird sowas genau unter die Lupe genommen. Am Ende ist es auch geschäftsschädigend, was er das macht."

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