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Neuer Teamkollege von Schumi jr.

Die Skandal-Liste von Nikita Mazepin

Nikita Mazepin
Nikita Mazepin
© imago images/Motorsport Images, Joe Portlock via www.imago-images.de, www.imago-images.de

12. Dezember 2020 - 12:27 Uhr

Das ist der skandalöse Newcomer in der Formel 1

In der kommenden Saison fährt er an der Seite von Mick Schumacher in der Formel 1, doch ansonsten trennen die beiden Nachwuchspiloten Welten. Im Gegensatz zum jungen Deutschen fällt Mazepin immer wieder durch Negativ-Schlagzeilen auf. In dieser Woche empörte der 21-Jährige mit einem inzwischen gelöschten Video auf Instagram, in dem er offenbar eine junge Frau im Auto begrapschte. Es ist nicht das erste Mal, dass Mazepin als Motorsport-Rüpel in Erscheinung tritt. Seine Liste an Skandalen oder Skandälchen ist lang.

Video: Mick Schumacher fährt ab 2021 Formel 1

Vergangene Saison stand er kurz vor der Renn-Sperre

Mazepin hat viel dafür getan, um sich den Ruf als rücksichtsloser Fahrer zu "erarbeiten". Als Fahrer, der sich mitunter relativ wenig um das Wohlergehen seiner Rivalen auf der Strecke schert und immer volles Risiko geht.

Zuletzt kassierte der Russe für sein Verhalten auf der Strecke beim zweiten Formel-2-Rennen in Sakhir eine doppelte Fünf-Sekunden-Strafe. Erst drängte er Yuki Tsunoda von der Bahn ab, später hielt er gegen Felipe Drugovich derart drauf, dass der Brasilianer eine Werbetafel umnietete. Selbst sein künftiger Boss Günther Steiner schüttelte den Kopf darüber. "Nikita hat mit sehr harten Bandagen gekämpft, dann passieren solche Dinge halt. Er hat eine Strafe erhalten, das ist Teil seines Lernprozesses. Er muss verstehen, dass solche Fehler in der Formel 1 nicht vorkommen dürfen."

Die Aktionen stehen exemplarisch für seine Fahrweise. In der vergangenen Saison erhielt er so zahlreiche Strafpunkte und stand sogar kurz vor einer Renn-Sperre. In Spa fuhr er aus Wut im Parc fermé das Positionsschild um und traf damit beinahe Tsunoda.

Nikita Mazepin - 2016 machte er den Rambo

 2019 Spa-Francorchamps AUTODROMO NAZIONALE MONZA, ITALY - SEPTEMBER 08: AUTODROMO NAZIONALE MONZA, ITALY - SEPTEMBER 08: Nikita Mazepin RUS, ART Grand Prix during the Monza at Autodromo Nazionale Monza on September 08, 2019 in Autodromo Nazionale Mo
Der Moskauer Heißsporn Nikita Mazepin im Formel-2-Auto
© imago images/Motorsport Images, Joe Portlock, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

2016 machte er sogar den Strecken-Rambo: Mazepin stieg nach dem Qualifying in der Formel 3 aus dem Wagen und schlug auf Kontrahent und Ferrari-Junior Callum Ilott ein, der einen geschwollenen Kiefer und Verletzungen im Gesicht erlitt. Der Grund: Ilott habe ihn auf seiner schnellen Runde behindert. Mazepin erhielt damals eine Strafe für nur ein Rennen.

Verantwortungsloser Umgang mit den Sozialen Medien

Nicht zuletzt das Grabscher-Video verdeutlichte, dass er im Umgang mit den sozialen Medien noch - sagen wir mal - Nachholbedarf hat. Schon vor dem Sexismus-Skandal pflegte er einen fahrlässigen Umgang mit Social Media.

Er forderte nicht nur einen weiblichen Fan auf, ihm Nacktbilder zu schicken (für einen Paddock-Pass), sondern verteidigte auch schon rassistische Kommentare seiner Fans. Im November hatte er sich in das gleiche Fettnäpfchen wie Valtteri Bottas gesetzt, in dem er einen unbedachten Fledermaus-Spruch über den Ausbruch der Corona-Pandemie postete.

Auch gegen Kollegen teilt er gerne mal respektlos aus. So sagte er beispielsweise über den F1-Piloten George Russell: "Ich habe ein Geheimnis über dich, das manche als ein Coming-Out bezeichnen würden."

Alles in allem zeichnet sich über die Jahre das Bild eines unreifen jungen Mannes ab. Der in der kommenden Saison aber in einem Formel-1-Cockpit sitzen wird – was nicht nur an seiner Leistung, sondern auch an den Milliarden seines Vaters und kommenden Haas-Sponsors liegen mag. Dass er als "Pay Driver" Argumente aus Geldscheinen auf seiner Seite hat, bestreitet Haas auch gar nicht.

Dennoch könnte das rüpelhafte Verhalten dem US-Team auf die Füße fallen, erklärt RTL-F1-Experte Felix Görner. "Es führt zu einem Imageproblem", erklärt der RTL-Reporter. "Die Formel 1 versucht sich seit Jahren von einem althergebrachten, sexistischen Bild zu verabschieden. Gerade in Amerika und bei Besitzer Gene Haas wird sowas genau unter die Lupe genommen. Am Ende ist es auch geschäftsschädigend, was er da macht."

Generell stellt sich die Frage, inwiefern diese Aktionen zum ausgerufenen Motto der Formel 1 "We Race as one" ("Wir fahren geeint") passen sollen. Inzwischen haben sich auch der Weltverband FIA und die Formel 1 zum Verhalten Mazepins im Instagram-Video geäußert. FIA und F1 unterstützten die Reaktion des Teams auf Mazepins "unangebrachtes Verhalten" ausdrücklich, hieß es in der gemeinsamen Mitteilung: "Die ethischen Prinzipien sowie die vielfältige und inklusive Kultur unseres Sports sind von größter Bedeutung für die FIA und die Formel 1."

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