Unfälle hin oder her

F1-Zwischenzeugnis: Ferrari-Teamchef Binotto mit Lob für Schumacher

Mick Schumacher in seiner ersten Formel-1-Saison
Mick Schumacher in seiner ersten Formel-1-Saison
© Imago Sportfotodienst

16. August 2021 - 23:09 Uhr

Binotto kontert Haas-Teamchef Steiner

Diese Worte sollten für Mick Schumacher eine Extramotivation sein, in der Formel-1-Sommerpause auch bloß nicht das Training schleifen zu lassen: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat seinem 22-jährigen Schützling aus der Ferrari Driver Academy im Interview mit der "Gazzetta dello Sport" ein erstes Zwischenzeugnis ausgestellt und ihm ein dickes Lob geschenkt: "Ich finde, Mick macht das seit Saisonstart gut. Er lernt, er macht Fortschritte." Die Fehler von Schumi jr., die Haas-Teamchef Günther Steiner zuletzt kritisiert hatte, sind auch den Roten nicht entgangen – Binotto sieht das aber weit weniger dramatisch: "Natürlich waren auch ein paar Fehler dabei, aber das ist Teil des Lernprozesses."

Mick Schumacher erfüllt die Ferrari-Erwartungen

In seiner ersten F1-Saison ist gerade das Lernen für Schumacher extrem wichtig: "Wir haben schon zu Saisonbeginn gesagt, dass wir keinen Druck aufbauen wollen, sondern dass wir sicherstellen wollen, dass er lernt." Und bisher erfüllt er die Erwartungen: "Insgesamt können wir glücklich sein", so Binotto über Schumachers erste Saisonhälfte.

In den kommenden Monaten soll aber noch mehr folgen: "In der zweiten Hälfte geht es nun darum, die Entwicklung fortzusetzen und weiter Fortschritte zu erzielen. Ich bin aber zuversichtlich, dass ihm das gelingen wird", blickt der Ferrari-Teamchef optimistisch nach vorne.

Haas-Teamchef: "Unfälle wiegen ziemlich schwer"

Mit Blick auf Schumi jr. macht der Italiener also kein Geheimnis aus seiner Zufriedenheit – aber das gilt nicht für alle anderen Ferrari-Junioren 2021. "Wenn ich auf die Nachwuchsfahrer der Ferrari Driver Academy schaue, dann besteht kein Zweifel daran, dass die Resultate insgesamt nicht so gut sind wie im vergangenen Jahr." Gemeint sind damit wohl die beiden F2-Fahrer Robert Schwartzmann und Marcus Armstrong, die bisher noch nicht überzeugen konnten.

Während Mick Schumacher also unter den Rookies in Binottos Augen positiv hervorsticht, hatte Haas-Teamchef Günther Steiner zuletzt auch ein paar kritische Töne angeschlagen: "Wir haben jetzt einen Punkt erreicht, an dem wir daran arbeiten müssen, den Rest der Saison weniger Unfälle zu haben. Mick hatte in den vergangenen fünf Rennen einige große Dinger. Dreher oder Ähnliches passieren, aber diese Unfälle wiegen ziemlich schwer." Und sind für den US-Rennstall ziemlich teuer.

Doch Binotto glaubt an weitere Schumi-Fortschritte. Und weniger Fehler. Vom Italiener gibt es für den deutschen Rookie daher keinen Druck. Nur ein "weiter so". (ana)