Damit Rookies Platz bekommen

Wolff schlägt drittes Auto für Teams vor

Daumen hoch für 3 Autos je Team
Daumen hoch für 3 Autos je Team
© Getty Images, Bongarts, MT / WTM

21. September 2021 - 12:09 Uhr

Wolff: Formel-1-Feld auf 30 Autos aufstocken

Die Formel 1 ist ein exklusiver Kreis. Nur wer fahrerisch absolut top ist und/oder das nötige Kleingeld hat, schafft es in die Motorsport-Königsklasse. Viele Talente gucken in die Röhre, für sie ist in der F1 schlicht kein Platz. Mercedes-Teamchef Toto Wolff schlägt daher vor, die Anzahl der Autos aufzustocken – und erntet Kritik.

Kaum Platz für junge Talente

Formel-2-Champion 2019, Formel-E-Weltmeister 2021 – kaum ein Motorsport-Beobachter oder -Fan würde bestreiten, dass der Holländer Nyck de Vries eine Chance in der Formel 1 verdient hätte. Allein: Für den Holländer war bisher schlichtweg nirgends Platz, auch 2022 könnte de Vries wieder ohne Cockpit dastehen.

Und auch Teil einer Nachwuchsakademie bei einem der großen Teams zu sein, sichert jungen Fahreren noch lange nicht den Einstieg in die F1. Während Alpine-Junior Zhou Guanyu offenbar versucht, sich mit einer 30-Millionen-Dollar-Spritze chinesischer Sponsoren für Alfa Romeo unwiderstehlich zu machen, sollen die Ferrari-Youngster Callum Ilott und Robert Schwarzman schon mit anderen Rennserien liebäugeln. Denn: Viele Türen dürften sich in der Formel 1 so schnell nicht öffnen.

Capito kritisiert Wolff-Vorschlag

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff schlägt angesichts der Fülle an starken, jungen Fahrern vor, die Anzahl der Autos im Feld aufzustocken. "Wir könnten ein drittes Auto einsetzen und dort verbindlich einen Rookie reinsetzen. Auf einmal hast du dann eine Startaufstellung mit 30 Fahrzeugen", zitiert eurosport.de den Silber-Häuptling.

Klingt gut, ist in der Realität für die Rennställe aber alles andere als einfach umsetzbar, mahnt Jost Capito und hat dabei den Budgetdeckel für die Teams im Kopf. "Man kann jetzt auch nicht auf 30 Autos aufstocken, das funktioniert auch relativ schlecht. Ein Team aufzustocken von zwei auf drei Autos ist auch unheimlich schwierig, das sind 50 Prozent mehr. Ich weiß nicht, wie das mit 22, 23 Rennen im Jahr zu bewerkstelligen wäre", so Capito.

Der Kampf um einen Platz in der Formel 1 – er bleibt wohl einer auf biegen, brechen und bezahlen. (mar)