Mercedes-"Diva" sorgt für neue Sorgen

Weltmeister-Auto für F1-Experte ein absolutes "Mysterium"

Auch in Miami konnte Lewis Hamilton mit seinem Mercedes nicht überzeugen.
Auch in Miami konnte Lewis Hamilton mit seinem Mercedes nicht überzeugen.
© dpa, Hasan Bratic, hjb

11. Mai 2022 - 10:14 Uhr

Die Mercedes-Fahrer George Russell und Lewis Hamilton sind beim Rennen der Formel 1 in Miami auf die Plätze fünf und sechs gefahren. Damit reihte sich der Rennstall, der seit Jahren die besten Autos stellt, einmal mehr hinter Red Bull und Ferrari ein. Für F1-Experte Martin Brundle bleibt der Bolide ein Rätsel.

Besorgniserregendes Wochenende

Seit 2014 hat Mercedes-AMG Petronas jede Konstrukteurswertung der Formel 1 gewonnen. Die herausragende Arbeit des Rennstalls war Grundlage für den Erfolg von Lewis Hamilton, der in jener Zeit sechs Weltmeistertitel einfahren konnte. Doch die Dominanz des deutschen Autobauers Mercedes-Benz bröckelt in 2022 gewaltig.

Mercedes ist nach fünf absolvierten Rennen klar die dritte Kraft, Ferrari und Red Bull haben dem Team bislang den Rang abgelaufen. Der Grand Prix in Miami unterstrich die neuen Kräfteverhältnisse. Doch vor allem die Unbeständigkeit der Leistungen, die aus dem Mercedes herauszuholen sind, sorgt für Kopfzerbrechen.

"Mercedes war wieder einmal das drittbeste Team, aber in vielerlei Hinsicht war es wohl ihr besorgniserregendstes Wochenende, denn George Russell war am Freitag der Schnellste und kämpfte danach mit der Pace, und das Team wusste einfach nicht, warum", schrieb "Sky"-Experte Martin Brundle in seiner Kolumne.

Brundle: Mercedes hat beste Fahrerkonstellation der Formel 1

Der ehemalige Rennfahrer, der in seiner Formel-1-Laufbahn 158 Mal an den Start ging und neun Podestplätze einfuhr, führte aus: "Man hat schon früher von 'Diva'-Autos gesprochen, aber dieses hier ist einfach ein Mysterium mit sehr schmalen Setup-Fenster. Irgendwo da drin ist ein gutes Auto, es ist nur so gut versteckt."

Im Fall von Lewis Hamilton sei hinzugekommen, dass er "wieder einmal" Pech mit dem Safety Car hatte. Und: "Auf seiner Seite in der Garage herrschte eher Unentschlossenheit als die übliche meisterhafte Strategie, an die wir uns in den letzten Jahren gewöhnt haben."

George Russell scheine, "wenn man den Funksprüchen glaubt", indes etwas besser mit der Mercedes-Krise zurechtzukommen, so Martin Brundle weiter. Der F1-Experte außerdem: "Wenn das Auto so gut wie das von Ferrari und Red Bull wäre, könnte man mit Fug und Recht behaupten, dass Mercedes die beste Fahrerkonstellation im Grid hat." (tno/sport.de)