Riesiger Mercedes-Vorteil auf den Geraden?

Capito: "Spüren nicht, dass da ein großer Schritt gemacht worden ist"

15. Oktober 2021 - 8:35 Uhr

Jost Capito äußert sich zur Motoren-Causa der Formel 1

Red Bull geht angesichts der jüngsten Mercedes-(Motor-)Leistungen die Düse – und zwar so sehr, dass die WM-Herausforderer schon einmal bei der FIA angeklopft haben. Dem Weltmeister-Rennstall sei mit seiner Power Unit seit Silverstone ein großer Schritt nach vorne gelungen, betonen Christian Horner und Helmut Marko. Früher habe man das eigene PS-Defizit noch durch flachere Flügel wettmachen können, so die "Bullen"-Oberhäupter – jetzt komme Max Verstappen auf den Geraden nicht mehr mit.

Was ist dran am vermeintlichen Power-Quantensprung der Silbernen? Beim Mercedes-Kunden Williams spürt man jedenfalls keinen Extra-Schub im Heck, sagt Teamchef Jost Capito im RTL-Interview und stellt klar. "Gemäß Reglement muss Mercedes alle Teams mit den gleichen Motoren beliefern." Wie Capito die Motorenfrage einschätzt und ob all das nicht eher die üblichen Psycho-Spielchen im WM-Kampf sind, sehen Sie im Video.

"Wird immer größer aufgebauscht, als es wirklich ist"

"Wir sind sehr zufrieden mit den Mercedes-Motoren, das ist gar keine Frage", lobt Capito: "Es ist ein sehr guter Motor, wenn nicht der beste in der Formel 1." Dass Williams nicht weiter vorne mitfahre, liege sicher nicht am Aggregat aus Brixworth. "Wir müssen uns mehr ums Auto kümmern", so der 63-Jährige.

Sind Red Bulls Behauptungen samt der unterschwelligen Frage, ob im Mercedes-Heck alles mit rechten Dingen zugeht, also nichts weiter als die üblichen Psychospielchen? "Das kann gut sein. Ich glaube, auch, das wird immer größer aufgebauscht, als es wirklich ist. Aber das ist ja auch das Salz in der Suppe, dass es diese Kämpfe gibt und ich glaube, alle Fans sind froh, dass es so einen engen Titelkampf gibt", sagt Capito.

Video: Williams' "Walk of Shame" soll kürzer werden

Generell wolle er sich aus der Motoren-Thematik aber heraushalten, so der Williams-Teamchef. Schließlich habe er "genug bei uns zu tun". Das Ziel des Traditionsrennstalls für die verbleibenden sechs Rennen sei ganz klar. "Wir wollen den 8. Platz in der Konstrukteurs-WM halten." (ana/mar)