"Mache es gerne zur Gewohnheit"

Schumacher bejubelt Einzug in Q2 - und träumt von Punkten am Bosporus

Gut gelaunt in Istanbul: Mick Schumacher fuhr im Qualifying auf einen starken 14. Platz.
Gut gelaunt in Istanbul: Mick Schumacher fuhr im Qualifying auf einen starken 14. Platz.
© imago images/Motorsport Images, Steven Tee via www.imago-images.de, www.imago-images.de

09. Oktober 2021 - 16:33 Uhr

Mick Schumacher in Türkei-Quali bärenstark

Es war schmierig, stellenweise nass, andernorts wieder furztrocken. Ideale Bedingungen also, um in einem unterlegenen Formel-1-Auto zu zeigen, was man drauf hat. Mick Schumacher nutzte beim Qualifying zum Türkei-GP diese Gunst der Stunde. Mit einem Parforceritt durch den Istanbul Park schaffte er es im Haas sensationell in die zweite Quali-Runde – und ließ sogar seinen Mentor Sebastian Vettel alt aussehen.

Jubel-Ausbruch am Funk

"Yessssssssssssss!", schrie Schumacher im Team-Radio des US-Rennstalls erleichterte auf, als ihm sein Renningenieur mitteilte, was auf allen Monitoren aufleuchtete. Rang 14, Einzug in Q2 der Istanbul-Zeitenjagd. Ein kurzes Piepen folgte und bewies, dass der 22-Jährige mittlerweile auch die handelsüblichen britischen Jubel-Flüche beherrscht.

Der 22-Jährige hat allen Grund zur Freude. Denn in seinem Boliden geht es sonst einzig darum, die Rote Laterne an den Stallrivalen Nikita Mazepin abzudrücken (was ihm eigentlich auch immer gelingt). Auf der Schmierpiste von Istanbul aber ging plötzlich mehr.

Schumacher lässt Vettel und Ricciardo hinter sich

Ein Erfolg, den Schumacher sofort auch seinem Team zuschrieb, ganz so, wie es früher auch Vater Michael tat. "Wir als Team haben uns das erarbeitet. Wir sind im richtigen Moment, mit dem richtigen Reifen rausgefahren", resümierte Schumacher bei Sky. Ein (berechtigtes) Eigenlob schwang in seinen Worten allerdings dann doch mit.

Es sei entscheidend gewesen, dass Auto bei den schwierigen Bedingungen auf der Strecke zu halten und auch die Track Limits nicht zu verletzten, betonte Schumi jr. Und genau das gelang ihm in Q1 vorzüglich. Mit einer blitzsauberen Runde qualifizierte sich der Haas-Pilot nicht nur für die nächste Runde. Er ließ mit Sebastian Vettel (Aston Martin) einen viermaligen Weltmeister und mit Daniel Ricciardo (McLaren) einen achtmaligen GP-Sieger hinter sich. Letzterer musste wegen Schumachers Husarenritt gar in Q1 die Segel streichen.

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"Die Strecke frisst die Reifen sehr hart"

"Q2 zu fahren, war mal anders, war witzig, ungewohnt. Ich mache es gerne zur Gewohnheit", fügte Schumacher noch hinzu – wohlwissend, dass dafür die Bedingungen mitspielen müssen. Aber für einen Rookie gilt es eben zuzubeißen, wenn sich ein F1-Kotelett auf dem Chancen-Teller präsentiert. Dass in Q2 dann nichts mehr drin war, kratzte Schumacher wenig. Startplatz 14 auf der Habenseite, blickte er lieber schon aufs Rennen.

Der Rookie erwartet am Sonntag vor allem einen Kampf mit den Gummis. "Die Strecke frisst die Reifen sehr hart, die müssen wir morgen möglichst lange in Form halten, um mitfahren zu können", prophezeite er. Aber wer weiß, sollten die Verhältnisse ihm wieder in die Karten spielen, könnte Schumacher eine weitere, noch größere Sensation gelingen.

Der erste WM-Punkt sei immer noch der große Wunsch, das große Ziel für den Rest der Saison, sagte Schumacher. Träumen ist erlaubt – nach einer solchen Qualifying-Leistung allemal. (mar)