Verstappen-Wingman quält sich durch

Sergio Perez trotzte Wasser-Schock und Erkrankung

Sergio Perez.
Sergio Perez.
© picture alliance, HOCH ZWEI

26. Oktober 2021 - 11:18 Uhr

Checo im „Überlebensmodus“

Nehmer-Qualitäten hat er. Formel-1-Fahrer Sergio Perez durchlitt beim Großen Preis der USA wahre Qualen. Erst machte ihm eine Erkältung mit Magen-Darm-Problemen zu schaffen, dann saß er auch noch auf dem Trockenen. Umso erstaunlicher, dass er zum zweiten Mal in Folge einen Podiumsplatz ergatterte.

Von Runde 1 an kein Wasser mehr

Back-to-Back Podium. Wichtige Punkte in der Konstrukteursmeisterschaft, Druck auf Hamilton aufgebaut. Auf den ersten Blick ein erfolgreiches Wochenende für Sergio Perez. Doch die Details werfen noch ein ganz anderes Licht darauf.

Das Wochenende in Austin wird Perez wohl so schnell nicht vergessen. In den Trainingssessions 2 und 3 stellte er Garagennachbar Max Verstappen und die Schwarzpfeile in den Schatten. Auch in der Quali ließ er Bottas hinter sich. Schnupperte in Q3 sogar an der Pole. Dann das Rennen: Der Mexikaner kam gut los, hielt bis zum ersten Boxenstopp mit, fiel aber im Laufe des Rennens im dem zweiten Stint hinter dem Duo weit zurück, 42 Sekunden fehlten am Ende auf Sieger Verstappen.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Wie der 31-Jährige im Renn-Interview erklärte, leckte vom Start weg seine Trinkversorgung. "Seit Runde 1 hatte ich kein Wasser mehr. Mitte des ersten Stints wurde es ziemlich schwierig. Physisch war es mein härtestes Rennen, das ich je gefahren bin", sagte der sichtlich erschöpfte Perez. Kein Wunder bei Track-Temperaturen von 40 Grad.

"War komplett durch"

Perez über seine Texas-Tortur: "Von Runde 20 an war ich komplett durch. Ich hatte keine Kraft mehr, hab noch mehr Kraft verloren in den Händen und Füßen. Auch meine Sicht wurde schlechter. Es war echt unbequem."

Er sei dann nur noch im "Überlebensmodus" gefahren. Um mitzuhalten. Ungefährlich war das Ganze nach eigener Aussage nicht gerade. "Wenn ich einen schlechten Moment gehabt hätte, hätte ich das Auto nicht mehr kontrollieren können."

Am Ende war er einfach froh, im Ziel zu sein. So habe er sich noch nie bei einem Rennen gefühlt – "Hoffentlich auch nie wieder", sagte der Red-Bull-Mann. "Es war das längste Rennen meiner Karriere, ohne Zweifel."

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Teamchef von Checo begeistert

Vom Teamchef gab es für das Durchhaltevermögen reichlich Lob: "Er hatte eine starkes Wochenende. Er hatte das Wochenende mit Magenprobleme zu kämpfen. Nicht gerade gut an solch einem Wochenende viel Flüssigkeit zu verlieren", sagte Christian Horner.

Umso erstaunlicher, dass er trotz der schwierigen Umstände eine wichtige Rolle für RB spielen konnte. Red-Bull-Eminenz Helmut Marko bei Sky: "Er war schnell genug, und er war genug weit vorne, dass wir Hamilton mit seinem Boxenstopp gezwungen haben, die Richtung zu gehen, die für uns die beste war. Also so gesehen passt es."

Entscheidet das Wingman-Duell die WM?

Das Wingman-Duell zwischen Bottas und Perez kann in den letzten fünf Rennen noch wichtig und das Zünglein an der Waage werden. Der Trend spricht derzeit für Perez. Zweimal in Folge schaffte er es auf das Podium. Auch für die Instagram-User:innen von "Formel 1 bei RTL" liegt Perez in der Gunst klar vorne: 76 Prozent sagten, dass er der bessere Helfer sei.

"Er war jetzt im zweiten Rennen nacheinander auf dem Podium, nun steht sein Heimrennen an. Er findet immer mehr seine Form, und gerade zu diesem Zeitpunkt des Jahres ist das entscheidend für uns", sagte Teamchef Horner zum Perez-Faktor.

Beim Heimrennen in Mexico City werden Hunderttausende euphorischen Fans dem Loklamatador zujubeln. Der fährt dann hoffentlich ohne Erkältung, Magen-Darm-Probleme und mit genügend Wasser. Vielleicht klappt es dann auch mit dem ersten Doppelsieg der "Bullen". Auf den wartet das Team seit 2016. (msc)