Track-Limits-Ärger bei Max und Lewis

Die "Bullen" sind in Pole-Laune, Perez wieder vorne

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23. Oktober 2021 - 21:27 Uhr

Kampf um Pole wird wohl enge Kiste

Die "Bullen" erheben Anspruch auf die Texas-Pole. Beim 3. Training in Austin triumphierte erneut Red-Bull-Pilot Sergio Perez. Der Mexikaner drehte in 1:34,701 Minuten die schnellste Runde der Qualifying-Generalprobe vor Carlos Sainz (Ferrari/+0,1) und Teamkollege Max Verstappen (+0,2).

Red Bull liegt besser auf der Strecke

Die Gemüter hab sich wieder beruhigt. Nach dem "Stinkefinger-Gate" am Freitag gingen sich die beiden Titelaspiranten Lewis Hamilton und Max Verstappen weitgehend aus dem Weg. Das Duell schwebt dennoch weiter über allem. Sechs Punkten trennen die beiden Piloten. Am Sonntag ist dann High-Noon im F1-Duell.

Verstappen hatte seinen Dienst-Bullen auf der Rodeo-Strecke vor über 100.000 Zuschauern und bei knapp 30 Grad diesmal deutlich besser im Griff. Das Team sammelte am Freitagabend noch viele Daten im Simulator – es hat offenbar funktioniert. Denn auch Teamkollege Perez ließ wie schon am Vortag nicht nur seinen Garagennachbarn, sondern auch beide Mercedes hinter sich. Und das mit einer neuen Wochenendbestzeit.

Allerdings ist dies nur die halbe Wahrheit. Denn beim Track-Limit-Festival gingen gleich mehrere Top-Zeiten flöten – darunter die von Verstappen und Hamilton. Die 1:34,383 (Verstappen) und 1:34,458 (Hamilton) auf soften Reifen wurden jeweils gestrichen. Damit hätten die beiden P1 und P2 geholt. So wurde es für den Weltmeister Rang 6 hinter Wingman Bottas. Der Finne versaute sich auf seinen ersten Versuchen die schnellen Runden. Erst wurde seine Top-Zeit wegen Track Limits gestrichen, dann zerschoss er sich mit einem Dreher ausgangs Kurve 7 die Reifen. Das Rennen um die Pole – es scheint also offen zu sein und auf den nächsten engen Zweikampf hinauszulaufen.

Hamilton meckert über Hinterachse

Hamilton klagte über Probleme am W12 ("Hinterachse liegt schlecht") und kam nicht mehr an die Performance des 1. Trainings heran. Wie aussagekräftig diese Zeiten sind, wird sich erst im Qualifying zeigen.

Für die Quali am Abend gilt Mercedes wohl dennoch als leichter Favorit, nicht zuletzt auch wegen des neuen Tricks, den das Team aus Brackley ausgeheckt hat. Wobei Teamchef Toto Wolff auch einräumte, dass die Schwarzpfeile Zuverlässigkeitsprobleme an der Power Unit haben.

Für den Start am Sonntag gelten die Medium-Reifen als bessere Wahl. Die schnellen soften Pneus dürften aufgrund der hohen Temperaturen schnell verschleißen. Um auf Medium zu starten, müssen sich die Fahrer aber auf diesen Walzen für Q3 qualifizieren – eine Herkulesaufgabe, die wohl nur für Mercedes oder Red Bull in Frage kommt.

Und was machten die deutschen Fahrer? Während sich die Piloten anfangs noch viel Zeit ließen, beendete Vettel die Ruhe und fuhr als Erster nach draußen, für ihn galt es wie schon am Tag davor, sich auf die Longruns einzuschießen – wegen einer Motor-Strafe startet der Deutsche am Sonntag ohnehin von hinten neben George Russell und Fernando Alonso, die das gleiche Schicksal ereilt. Am Samstagmittag (Ortszeit) wurde der viermalige Weltmeister Elfter. Mick Schumacher beendete das Training auf Platz 19 (+1,970) – vor Teamkollege Nikita Mazepin, der ohne schnelle Runde blieb.

Als dritte Kraft etablierte sich erneut Ferrari. Die Scuderia präsentiert sich in Texas bislang in guter Verfassung. Carlos Sainz kam als Zweiter ins Ziel, Charles Leclerc wurde mit Übersteuern nur Neunter, auch ihn erwischten die FIA-Stewards zudem beim Track-Limit-Verstoß. (msc)