Königsklasse diskutiert über Schmuck-Verbot

Ex-Formel-1-Fahrer Grosjean: "Ehering hat mich beim Feuer-Unfall beschützt"

Romain Grosjean
Romain Grosjean
© AP, Darron Cummings, DP

11. Mai 2022 - 22:17 Uhr

Protest-Aktionen, extra viel Schmuck und jede Menge Emotionen: Die Formel 1 diskutiert über das Schmuck-Verbot für die Fahrer im Cockpit, das die Rennleitung ab sofort konsequenter durchsetzen will – zum Schutz der Fahrer, zum Beispiel bei schweren Unfällen mit Feuer. Jetzt hat sich überraschend Ex-Pilot Romain Grosjean in der Debatte zu Wort gemeldet: Der Franzose, der 2020 einen schrecklichen Feuer-Unfall fast wie durch ein Wunder mit vergleichsweise leichten Verletzungen überlebte, ist sicher, dass ihn damals sein Ehering beschützt hat.

Grosjean kann Protest der Formel-1-Fahrer verstehen

"Ich habe meinen Ehering meine ganze Karriere lang getragen", so Grosjean im Interview mit dem englischen TV-Sender Sky Sport F1. "Wo mein Ring war, wurde ich beschützt. Ich wurde von meiner Frau beschützt", steht für den 36-Jährigen fest.

Er könne deshalb verstehen, wieso einige Fahrer mit den neuen, strengen Vorschriften nicht glücklich seien. "Ich würde nicht gerne ohne meinen Ehering Rennen fahren, das ist eine große Sache für mich", erklärte der Franzose.

Eine große Sache ist das Schmuck-Verbot im aktuellen Fahrerfeld vor allem für Lewis Hamilton. Der Rekord-Champion erklärte, einige seiner Piercings nicht selbst herausnehmen zu können. Außerdem sein die Regelung "ein Rückschritt" für den Sport. "Es ist so eine Kleinigkeit, völlig unnötig", so der Brite. Die Formel 1 habe "wichtigere Dinge zu tun", als sich mit diesem Thema zu beschäftigen. "Das ist sehr, sehr dumm", wetterte Hamilton.

Rückdeckung bekommt Hamilton auch von Sebastian Vettel: "Klar gibt es Bedenken hinsichtlich der Sicherheit, aber auf der anderen Seite ist es doch persönliche Freiheit und wenn wir alt genug sind, außerhalb des Autos Entscheidungen zu treffen, dann sollten wir auch im Cockpit alt genug sein, um entscheiden zu können", so der Deutsche.

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Ähnlich äußerten sich weitere Fahrer, etwa Red-Bull-Pilot Sergio Perez, AlphaTauri-Pilot Pierre Gasly und Williams-Mann Alex Albon.

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