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Formel 1: Ferrari-Aufschwung regt F1-Fantasie in Italien an

Rot endlich wieder zurück an der Spitze?

Ferrari-Aufschwung regt Formel-1-Fantasie in Italien an

von Luca Giuseppe Curella

Ferrari ist wieder da - so lautet die einhellige Meinung im Formel-1-Fahrerlager nach den Tests in Bahrain. Teamchef Mattia Binotto und Fahrer Charles Leclerc loben das neue Auto. Und die italienischen Gazetten frohlocken schon - wenn auch mit Vorsicht.

Gute Stimmung in Italien

Mit starken Leistungen und schnellen Rundenzeiten überzeugten um Charles Leclerc und Carlos Sainz bei den F1-Tests in Bahrain. Das Duo riss zig Kilometer ab, sammelte jede Menge Daten. Mit dem Monegassen und dem Spanier hat Ferrari ohnehin eine der stärksten Fahrerpaarungen. Wenn jetzt der Bolide passt, könnte 2022 die Wiederauferstehung der Roten werden. Das Potenzial des neuen F1-75 deutet sich bei den Proberunden jedenfalls schon an. Mit insgesamt 788 Runden (über alle Testtage verteilt) drehte die Scuderia die meisten Umläufe des Formel-1-Winters.

„Duell mit König Max eröffnet“

Kein Wunder, dass in Italien schon ein zarter F1-Frühling erblüht. Die Gazzetta dello Sport kündigte bereits einen Kampf um die Weltmeisterschaft an, betitelte die kommende Saison als „Duell mit König Max“.

Zuletzt habe man einen so starken Ferrari-Boliden in der Saison 2017 und 2018 gesehen, urteilen die Beobachter. Damals kämpften die Roten mit Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton und Mercedes lange um den Titel. Trotz des Optimismus weisen die Gazetten aber auch darauf hin, dass die Testergebnisse mit Vorsicht zu genießen seien. Kein Team habe wirklich seine volle Leistung gezeigt. Das gelte vor allem für Red Bull. Auch Mercedes habe bei den Tests noch nicht beeindruckt. Beide Teams hätten aber sicher noch Reserven.

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Deshalb ist Ferrari der Geheimfavorit

Der Aufschwung des italienischen Traditionsteams ist gleichwohl deutlich zu sehen. Neben dem gezeigten Speed ist der rote Schlitten vor allem konstant. Teamchef Mattia Binotto verweist auf die Zuverlässigkeit des Autos und ist zufrieden: „Für uns gesprochen waren es sechs positive Tage, weil wir konstant gefahren sind und viel über das Auto gelernt haben. Wir haben jede Menge Daten gesammelt und diese mit jenen im Windkanal und Simulator in Maranello ins Verhältnis gesetzt. Das war unser vorrangiges Ziel und das haben wir erreicht.“

Auch Charles Leclerc ist nach den Testfahrten hoffnungsvoll: „Der F1-75 ist konstant, er läuft ohne Probleme und die neuen Methoden scheinen ihre Früchte getragen zu haben. Ich will gewinnen, aber vor allem will ich in jedem GP vorne mitkämpfen.“ Auch den Monegassen beeindruckt vor allem die Konstanz. Ferrari fuhr und fuhr und fuhr. Andere Teams hatten deutlich mehr Probleme mit der Zuverlässigkeit.


Trotz des aufkommenden Ferrari-Hypes und des Lobs von der Konkurrenz, möchte Binotto nichts von einer Favoritenrolle wissen. Der Capo sieht die etablierten Teams klar an der Spitze: „Ich glaube noch immer, dass sowohl Red Bull als auch Mercedes zuerst genannt werden müssen. Sie sind diejenigen, die voriges Jahr die WM-Titel errungen haben. Und sie haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie starke Teams sind. Der Glaube an seine Maranello-Mannschaft ist aber groß: „Ich bin überzeugt, dass dieses Team ein großartiges ist. Es kann stark auftreten und in diesem Jahr einmal mehr zeigen, dass wir zurückschlagen können. Das ist es, worauf wir uns konzentrieren.“

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Leclerc über die Unterschiede zum letzten Auto

Es scheint, als hätten die neuen Regeln das Kräfteverhältnis der Formel 1 tatsächlich in Bewegung versetzt. Leclerc erklärt, wo die Unterschiede zur Vorsaison liegen: „Es ist ein anderes Auto als 2021, es ist aggressiver und auch ein bisschen tiefer, mit viel Hüpfen auf der Geraden, ein Problem, das wir verbessert haben. Auch die Sicht und das Anbremsen haben sich verändert, weil die Einsitzer schwerer geworden sind und es dadurch zu mehr Blockierungen kommt. Den richtigen Bremspunkt zu finden, wird sehr wichtig sein. Derjenige, der sich am schnellsten an die Bedingungen gewöhnt, wird einen Vorteil haben.“

Ferrari scheint gerüstet.