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Formel 1: Aktivisten nutzen Crash-Pause in Silverstone für ihre Zwecke

Demonstranten stürmen die Strecke

Aktivisten nutzen Crash-Pause für ihre Zwecke

Protestaktionen in Silverstone
Kurz nach Zhous schrecklichem Abflug stürmten Aktivisten den Silverstone-Parcours
Imago Sportfotodienst

Kurz nach dem Start zum Großen Preis von Großbritannien hielt die Formel-1-Welt den Atem an: Nach einem Horror-Crash flog Guanyu Zhou kopfüber über das Kiesbett. Das bange Warten auf ein Lebenszeichen des Alfa-Piloten nutzten derweil mehrere Demonstranten, um die Strecke zu stürmen. Zumindest fragwürdige Bilder angesichts des furchtbaren Unfalls. Und eine lebensgefährliche Aktion sowieso, zumal noch Autos auf der Strecke waren.

Sie kletterten offenbar über die Zäune - sieben Festnahmen

Die Personen seien „umgehend entfernt“ worden, teilte der Weltverband Fia am Sonntag mit. Zuvor hatte die Polizei von Hinweisen auf geplante Proteste berichtet und vor Aktionen auf der Piste gewarnt. Bilder im Internet zeigten, wie Streckenposten offenbar einige Menschen auf dem Asphalt in Gewahrsam nehmen. Die Aktivisten waren anscheinend über die Zäune geklettert. Medien zufolge richtete sich der Protest gegen die weltweite Nutzung von Erdöl.

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Sieben Personen seien festgenommen worden, teilte die Polizei am Abend mit. „Ich bin sehr enttäuscht, dass diese Gruppe von Leuten unsere Warnungen vor dem Renntag ignoriert haben und die unglaublich gefährliche Entscheidung trafen, die Strecke zu betreten“, wurde Chefinspektor Tom Thompson zitiert. Die Aktivisten hätten die Fahrer, Streckenposten und freiwilligen Helfer in Gefahr gebracht.

Protest in Silverstone
Sicherheitsleute zerren Demonstranten in Silverstone von der Strecke
Imago Sportfotodienst

Protest-Aktionen in Silverstone haben Tradition

Vor zwei Jahren waren in Silverstone vier Aktivisten der Umwelt-Initiative „Extinction Rebellion“ festgenommen worden. Sie hatten sich illegal Zutritt zur Rennstrecke verschafft und vor dem Start des Grand Prix ein Plakat ausgerollt. Ein Schockerlebnis war 2003 die Aktion eines Geistlichen, der während des Formel-1-Rennens auf die Strecke rannte und religiöse Plakate zeigte. Er wurde später zu einer kurzen Gefängnisstrafe verurteilt. (mli/dpa)