Die erschütternde Geschichte der Lisa Guerrero

Football-Reporterin erleidet Fehlgeburt - während sie live auf Sendung ist

Lisa Guerrero arbeitete für ABC als Football-Reporterin
Lisa Guerrero arbeitete für ABC als Football-Reporterin
Imago Sportfotodienst

2003 hätte für Lisa Guerrero ein Traumjahr werden können. Mit 38 Jahren bekommt sie einen Job, von dem in den USA viele Sportjournalisten träumen: Reporterin der legendären Sendung „Monday Night Football“. Auch privat winkt das große Glück, von ihrem Verlobten wird Guerrero schwanger. Doch alles kommt anders. Ihr Boss macht sie ständig rund, Zuschauer spotten über ihre Arbeit. Der Stress setzt Guerrero derart zu, dass sie eine Fehlgeburt erleidet – während sie on air ist.

"Konnte nicht glauben, wie viel Blut aus mir heraus strömte"

In ihrem Buch „Warrior: My Path to Being Brave“ (dt: Kriegerin: Mein Weg zum Mutigsein) erzählt Guerrero ihre tragische Geschichte vor 20 Jahren.

Sie habe von der Seitenlinie berichtet, als sie plötzlich einen extremen Schmerz im Unterleib verspürte. Kurz darauf, „konnte ich spüren, wie Blut austritt“, zitiert das „People“-Magazin aus einem Vorabdruck von Guerreros Buch.

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Sie habe sofort aufs Klo gewollt, erzählt die Reporterin, zuerst aber noch eine Live-Schalte absolvieren müssen. „Schwindelig und übel“ sei ihr während der Aufnahme gewesen, erst danach habe sie es auf ein WC geschafft. „Als ich auf der Toilette saß, konnte ich nicht glauben, wie viel Blut aus mir heraus strömte. Es hatte meine Hose durchnässt. Ich stopfte mir ein Bündel Papiertücher in meine Unterwäsche.“

Sie habe keinem von ihrem Unglück erzählt, stattdessen ihre Arbeit beendet und sei danach zum Flughafen gefahren. Die Fehlgeburt erlitt die Sportjournalistin laut ihrem Buch Ende 2003 – als der Druck und Stress in ihrem Leben unerträglich wurden.

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Zeichen gegen Mobbing

Vom ersten Tag bei „Monday Night Football“ beim TV-Sender ABC hätten sie ihre männlichen Kollegen unfair kritisiert, berichtet Guerrero. Vor allem ihr Boss Freddie Gaudelli sei oft hart mit ihr ins Gericht gegangen, außerdem hätten Zuschauer sie ins Lächerliche gezogen. All das habe Guerrero derart gestresst, dass sie sogar an Selbstmord dachte.

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Vom ihrem Verlobten, dem Baseball-Star Scott Erickson, war Guerrero auch noch schwanger. Der Druck in ihrem Leben sei immer größer und größer geworden – bis zu ihrer Fehlgeburt am Spielfeldrand.

„Ich gebe nicht einer Person die Schuld für das“, sagt Guerrero, die am Ende des Jahres 2003 gefeuert wurde. „Die Fehlgeburt passierte nicht wegen Freddie, nicht wegen einer Radioshow oder einer schlechten Kolumne. Es war der Höhepunkt einer gesamten Saison der Negativität und Grausamkeit. Es war wirklich grausam.“

Guerreros Hoffnung: Dass ihre Geschichte aufrüttelt und andere von Mobbing abhält. Die taffe Frau steckte ihren Schicksalsschlag weg, fasste als Reporterin, Model und sogar Schauspielerin wieder Fuß. Bis heute hat Lisa Guerrero 35 Journalisten-Preise gewonnen.(mar)