Plündern nach Flut

Flutplünderer vor Gericht

29. November 2021 - 18:19 Uhr

Das Amtsgericht Euskirchen hat Mohamed M. heute zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Wegen versuchten Diebstahls in besonders schweren Fällen und Sachbeschädigung. Mit einer Axt bewaffnet soll der Marokkaner Türen eingeschlagen und versucht haben Safes zu knacken. Das alles in einer absoluten Ausnahmesituation. Denn vergangenen Juli traf die Flut auch Euskirchen. 26 Menschen starben im Kreis. Tausende verloren auch hier ihr Hab und Gut. Not, die Kriminelle immer wieder ausnutzen. Umgangssprachlich werden diese Beutezüge als Plünderungen bezeichnet, rechtlich sieht das aber anders aus: Weil die Täter eine sogenannte gemeine Gefahr – also eine Gefahr, die viele Menschen zeitgleich betrifft – ausnutzen, werden die Beutezüge als Diebstahl in besonders schweren Fällen gewertet.

Mohamed M. bestritt die Tat heute bis zum Schluss. Das Gericht glaubte dieser Unschuldsbeteuerung aber nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Marokkaner könnte in den kommenden zwei Wochen in Revision gehen.