RTL News>Fussball>

FIFA: Sepp Blatter kritisiert Gianni Infantinos Umzug nach Katar

"Bitterer Beigeschmack"

Blatter kritisiert Infantinos Umzug nach Katar

ZURICH, SWITZERLAND. OCTOBER 26, 2015. FIFA president Joseph Sepp Blatter looks on during an exclusive interview with the TASS Russian News Agency. Mikhail Japaridze/TASS PUBLICATIONxINxGERxAUTxONLY TS010BB3Zurich Switzerland October 26 2015 FIFA Pre
Sepp Blatter war 1998 bis 2016 FIFA-Präsident
imago/ITAR-TASS, imago sportfotodienst

Wenn ein früherer FIFA-Präsident einen amtierenden FIFA-Präsident wegen unpassender Amtsführung kritisiert, sagt wohl auch ein Esel zum anderen Langohr. I a! Sepp Blatter moniert, dass sich sein Nachfolger Gianni Infantino in die Wüste geschickt hat.

Blatter klagt Infantino an

Dass Giani Infantino im Jahr der Winter-WM in Katar in das Emirat am Persischen Golf umzieht , findet Blatter nicht richtig. "Es gibt einen bitteren Beigeschmack", sagte der 85-Jährige am in einem Interview mit dem französischen Radiosender Europe 1. Kurz zuvor hatte die FIFA den Umzug seines Nachfolgers in den Wüstenstaat bestätigt.

Für den selbst im Mittelpunkt zahlreicher Korruptionsvorwürfe stehenden Ex-Chef der FIFA zeigt Infantinos Entscheidung einen Mangel von jeglichem Gefühl sowohl für Anstand als auch für die Notwendigkeit seines Amtes. "Der Sitz des FIFA-Präsidenten ist dort, wo sich das Hauptquartier befindet, und das ist in Zürich. Ich kann nicht sagen, dass es unverschämt ist. Aber ich kann sagen, dass es unverständlich ist, dass er sich dort mit seiner Familie niederlassen wird", so Blatter über seinen Schweizer Landsmann.

Newly elected FIFA President Gianni Infantino reacts during the Extraordinary Congress in Zurich, Switzerland February 26, 2016. Infantino was chosen as the new president of FIFA, a position which made his predecessor Sepp Blatter as instantly recogn
Gianni Infantino wurde 2016 zu Blatters Nachfolger gewählt
REUTERS, RUBEN SPRICH

Zwischen Zürich, Doha und dem Rest der Welt

Aus Sicht des 2015 nach 17 Jahren wegen des FIFA-Skandals abgetretenen "Paten des Fußballs" müsste Infantino vor allem verbandsintern Ordnung herstellen und nicht bei den Abschlussvorbereitungen für die umstrittene WM in Katar (21. November bis 21. Dezember) buchstäblich beiwohnen: "Wenn wir miteinander reden könnten, könnte ich ihn aufwecken. Es ist eine Frage der Verantwortung, da zu bleiben, wo die FIFA ihr Hauptquartier hat, besonders in einer Zeit, in der wir interne Probleme haben."

Die FIFA hatte zuvor Medienberichte über Infantinos Übersiedlung nach Katar grundsätzlich bestätigt und den beispiellosen Vorgang auch offiziell mit der Zuständigkeit des Verbandschefs für die WM-Endrunde begründet.

Demnach wird Infantino "seine Zeit zwischen Zürich, Doha und dem Rest der Welt aufteilen, um so nah wie möglich an den Aktivitäten rund um die Weltmeisterschaft zu sein, während er seine Präsidentschaftspflichten wahrnimmt. Er wird bei Bedarf bis zum Ende des Turniers mit anderen FIFA-Mitarbeitern in unserem Büro in Doha zusammenarbeiten", schrieb die FIFA. Weiterhin werde der 51-Jährige seinen Wohnsitz in der Schweiz behalten und damit in seiner Heimat auch steuerpflichtig bleiben, betonte der Verband.

Angaben der Schweizer Zeitung SonntagsBlick zufolge wohnt der FIFA-Boss schon seit Oktober "überwiegend" in Katars Hauptstadt Doha und lebt in dem Emirat neuerdings auch wieder mit seiner gesamten Familie zusammen. Dem FIFA-Rat hatte Infantino schon im vergangenen Oktober mitgeteilt, die WM "enger zu begleiten und seine präsidialen Pflichten neben Zürich vermehrt auch von Doha und anderen Standorten der Welt aus wahrzunehmen". Am 31. März steht in Doha der FIFA-Kongress sowie am 1. April die WM-Gruppen-Auslosung auf dem Programm. (sid/mar)