Die einen nennen es Traum, die anderen Schwachsinn

FIFA-Boss Infantino will WM alle zwei Jahre mit aller Macht

Hat da was im Kopf: FIFA Boss Gianni Infantino
Hat da was im Kopf: FIFA Boss Gianni Infantino
© REUTERS, LEONARDO FERNANDEZ VILORIA, SM/SY

16. Oktober 2021 - 15:02 Uhr

Widerstand gegen FIFA-Pläne wächst

Die FIFA lässt bei ihrem Wahnsinns-Plan, alle zwei Jahre eine WM durchführen zu wollen, nicht locker. Allen Widerständen zum Trotz.

Ist der Fußball nicht global genug?

"Die Möglichkeit einer Reform des Kalenders mit einer Weltmeisterschaft alle zwei Jahre wurde aus der Sicht des Fußballs analysiert - und es ist möglich", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino bei einer Pressekonferenz in Venezuelas Hauptstadt Caracas.

"Als vor etwa 100 Jahren beschlossen wurde, dass die Fußball-Weltmeisterschaft alle vier Jahre stattfinden sollte, hatte die FIFA 40 Mitgliedsstaaten. Es ist nun an der Zeit, die Angelegenheit zu analysieren", führte Infantino aus und bekräftigte, dass eine Entscheidung noch in diesem Jahr getroffen werden soll.

Aufgabe der FIFA ist es laut des 51-jährigen Schweizers, "dafür zu sorgen, dass der Fußball wirklich global ist". Der Präsident der FIFA ist nach dem Verständnis Infantinos "der Präsident von 211 Ländern - und jedes von ihnen hat das Recht zu träumen. Aber der Traum muss die Aussicht haben, wahr zu werden. Denn wenn man ewig träumen muss, wird man am Ende etwas anderes machen."

Die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft in höherer Taktung in Verbindung mit der Erhöhung der Teilnehmerzahl von 32 auf 48 Auswahlmannschaften ab 2026 würde den bisher unbedeutenden Fußballnationen "mehr Möglichkeiten zur Teilnahme bieten", so Infantino.

Wider den gesunden Menschenverstand

Der Widerstand gegen den FIFA-Plan ist groß. Erst am Freitag brandmarkten die Vorsitzenden der Fußballverbände aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island das Vorhaben als "schädlich für den Fußball". Radsport-Weltverbandspräsident David Lappartient äußerte im Interview mit der französischen Nachrichtenagentur AFP, er sei "besorgt über die Folgen für die Radsportwelt und unser Flaggschiff, die Tour de France." Der Deutsche Fußball-Bund hatte sich wiederholt ablehnend zu den FIFA-Plänen geäußert.

Auch die UEFA stellt sich vehement gegen die FIFA-Pläne. "Die UEFA wird sich weiterhin dagegen wehren, bis der gesunde Menschenverstand siegt und die Pläne fallen gelassen werden", hieß es in einer Stellungnahme. Eine alle zwei Jahre stattfindende Weltmeisterschaft würde allen Formen des Fußballs schaden, den Wettbewerb selbst abwerten, die Fans finanziell benachteiligen und die Entwicklung des Frauen- und Jugendfußballs auf der ganzen Welt bremsen. (sid/dpa)