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Ferreros Salmonellen-Rückruf: Produktionslizenz für belgisches Werk entzogen

Salmonellen-Rückrufe

Belgische Behörde entzieht Ferrero vorerst Lizenz für ein Werk

This photograph shows Kinder Surprise and Kinder Shokobons as a warning on Salmonella bacteria has been issued and products called back, taken in a studio in Clamart, on the outskirt of Paris, France on April 5, 2022. Photo by Daniel Derajinski/ABACA
Ferrero muss immer mehr Produkte zurückrufen.
Daniel Derajinski, picture alliance

Aufgrund von Salmonellen-Fällen in mehreren Ländern muss der Süßwarenhersteller Ferrero die Produktion in einer Fabrik in Belgien vorerst stoppen. Die Aufsichtsbehörde Afsca kündigte am Freitag an, die Produktionslizenz für das Werk in Arlon zu entziehen. Alle Produkte aus dem Werk müssen demnach zurückgerufen werden.

Ferrero soll laut Behörde nicht ausreichend Informationen geliefert haben

Ferrero habe in den Ermittlungen nicht ausreichend Informationen geliefert, erklärte die Behörde. Unabhängig von ihrem Produktionsdatum müssen deshalb jetzt alle Produkte aus dem Werk zurückgerufen werden.

Dies umfasst laut der Mitteilung alle Kinder Surprise, Kinder Mini Eggs, Kinder Surprise Maxi und Schoko-Bons, die in Arlon gefertigt wurden. Afsca bat auch alle Vertriebsfirmen, die entsprechenden Produkte aus dem Einzelhandel zu nehmen. Das Werk in Arlon dürfe erst wieder öffnen, wenn alle Regeln und Anforderungen der Lebensmittelsicherheit erfüllt seien.

In den letzten Wochen seien über 100 Salmonellen-Fälle in Europa identifiziert worden, die daraufhin mit der Produktionsstätte in Arlon in Verbindung gebracht worden seien, schrieb Afsca. Ferrero hatte zuvor bekanntgegeben, dass Salmonellen bereits am 15. Dezember 2021 in dem Werk entdeckt wurden. Salmonellen seien in einem Sieb am Auslass von zwei Rohstofftanks festgestellt worden und die daraus gefertigten Produkte seien daraufhin zurückgehalten worden. Der Filter sei ausgetauscht und Kontrollen der unfertigen und fertigen Produkte seien gesteigert worden, so Ferrero.

Auch Produkte in Deutschland betroffen?

Erst am Dienstag (5. April) teilte der Süßwarenkonzern Ferrero mit, man habe sich freiwillig als Vorsichtsmaßnahme zu dem Rückruf in Deutschland entschlossen. Das Unternehmen arbeite eng mit der zuständigen Lebensmittelbehörde in Deutschland zusammen, um einen möglichen Zusammenhang mit einer Reihe von gemeldeten Salmonellenfällen aufzudecken.

Lese-Tipp: Salmonellen-Verdacht bei Ferrero – diese Artikel-Nummern sind betroffen

Bislang sei keines der auf den Markt gebrachten Produkte von Ferrero in Deutschland positiv auf Salmonellen getestet worden. Das Unternehmen habe laut eigenen Angaben auch keine Beschwerden von Verbrauchern bekommen. Dennoch würde man "die Angelegenheit sehr ernst nehmen", teilt Ferrero in einer aktuellen Meldung mit.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gab am Dienstag eine Warnung vor Kinder-Schokolade-Produkten heraus. Ein Zusammenhang mit den publik gewordenen Salmonellen-Fällen könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. (dpa/aze)

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