Bayern-Boss bricht sein Schweigen

Nach Chaos-Jahreshauptversammlung: Kahn meldet sich zum Katar-Zoff

Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn bei der Jahreshauptversammlung.
Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn bei der Jahreshauptversammlung.
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28. November 2021 - 15:27 Uhr

Er will einen Schritt auf die Fans zugehen

Es war die "schlimmste Veranstaltung", die es je beim FC Bayern München gab – zumindest in den Augen von Ehrenpräsident Uli Hoeneß: Die Jahreshauptversammlung des Rekordmeisters endete im Chaos. Es brodelte, die Stimmung der anwesenden Mitglieder kippte. Schuld daran war ein abgelehnter Fan-Antrag auf das Ende des Sponsorings durch den umstrittenen Vertragspartner Qatar Airways. Doch das Präsidium der Bayern? Wollte darüber nicht abstimmen lassen. Und die Meinungen der Fans irgendwann auch nicht mehr hören. Club-Boss Oliver Kahn hüllte sich danach in Schweigen, auch rund um den 1:0-Sieg gegen Bielefeld am Samstagabend sprach er nicht. Nun äußerte er sich mit dreitägiger Verspätung aber doch noch zum Fall Katar – direkt an die Fans gewandt über die sozialen Medien.

Kahn: In den Emotionen sei "einiges nicht angekommen"

"Die Jahreshauptversammlung am Donnerstag beschäftigt mich natürlich immer noch sehr", gesteht Kahn zu Beginn seiner Mitteilung offen. Er betont dabei auch, dass "offenbar in den Emotionen einiges nicht angekommen" ist, was ihm aber in Zukunft wichtig sei.

"Es hat sich erneut gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen dem FC Bayern und unseren Mitgliedern ist. Ich bin mir darüber sehr bewusst", so Kahn. Er wolle weiter Positives anstoßen, blickt dabei zurück auf positive Beispiele wie "den Mitgliederdialog im Frühjahr oder die gemeinsame Erstellung des Leitbildes, das wir in Kürze vorstellen". Der 52-Jährige weiß: "Dabei haben die Anregungen unserer Mitglieder eine entscheidende Rolle gespielt."

VIDEO: Bayern-Bosse sind "feige und unsouverän"

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Kahn will sich "möglichst breites Meinungsbild einholen"

So auch die "Anregung" von Michael Ott, das Sponsoring mit Qatar Airways zu beenden? Kahn jedenfalls kündigt an: "Trotzdem gibt es noch viel zu tun und zu verbessern! Zum Qatar-Airways-Sponsoring werden wir uns ein möglichst breites Meinungsbild unserer Mitglieder einholen."

Ott ist der Kopf der Initiative und Antrags gegen das umstrittene Sponsoring, das den Bayern angeblich 20 Millionen Euro einbringt. Zusammen mit anderen Fans, will er es beenden. Dass der Club den Deal über 2023 hinaus verlängert, kann sich Ott nach der Chaos-Sitzung nicht vorstellen: "Die Message wird auch bei den Bossen angekommen sein", erklärte er gegenüber RTL. Das Auftreten des Präsidiums habe alles "vielleicht noch verschlimmert". Das Verhalten bezeichnete er als "feige und unsouverän".

Kahns Wortmeldung am Sonntag wurde deshalb wohl höchste Zeit. (ana)