Riesen-Zoff um Katar-Deal beim Rekordmeister

Mitglied Michael Ott attackiert die Bayern-Bosse: "Feige und unsouverän!"

26. November 2021 - 14:21 Uhr

Katar, Krach und Knatsch ...

Wegen seines Antrags begann es bei der Jahreshauptversammlung von Bayern München zu brodeln, nein, es kam sogar zum Stimmungs-Eklat: Ehrenpräsident Uli Hoeneß sprach von der "schlimmsten Veranstaltung", die er je beim Club erlebt habe. Mitglied Michael Ott will das Sponsoring mit der staatlichen Fluglinie Qatar Airways beenden. Darüber wollte das Präsidium des Rekordmeisters aber nicht abstimmen lassen. Ott attackiert deswegen den Vorstand heftig – mehr oben im Video.

Es ging hoch her bei der JHV

Buhrufe, Sprechchöre gegen FCB-Präsident Herbert Hainer. Der Streit um das Katar-Sponsoring hat am späten Donnerstagabend die Jahreshauptversammlung der Bayern eskalieren lassen. Der Spontan-Antrag zur Abstimmung des Katar-Engagements bei den Bayern war zuvor abgeschmettert worden.

Die Bayern-Bosse beriefen sich auf die Entscheidung des Landgerichts München I und betonten, man sei nicht verpflichtet, darüber zu beraten.

Anschließend kippte die Stimmung. Ott ist der Kopf der Initiative und Antrags gegen das umstrittene Sponsoring, das den Bayern angeblich 20 Millionen Euro einbringt. Zusammen mit anderen Fans, will er es beenden.

Ott zweifelt an neuem Vertrag

Dass der Club den Deal über 2023 hinaus verlängert, kann sich Ott nach der Chaos-Sitzung nicht vorstellen: "Die Message wird auch bei den Bossen angekommen sein." Das Auftreten des Präsidiums habe alles "vielleicht noch verschlimmert". Das Verhalten bezeichnete er als "feige und unsouverän".

Der 28-Jährige ist seit der Kindheit großer Bayern-Anhänger und selbst Mitglied des Rekordmeisters. Und er kennt sich mit juristischen Kniffen aus. Er arbeitet als Rechtsreferendar am Landgericht Mainz.

Der Katar-Deal ist ihm schon lange ein Dorn im Auge: Der Vertrag mit dem Emirat sei mit den "Werten unseres Vereins nicht vereinbar", begründeten er und seine Initiative den Antrag. "Statt Veränderungen zu bewirken, hilft der FC Bayern mit dem Sponsoring dem Emirat Katar aktiv dabei, von den Missständen abzulenken. Wenn der FC Bayern weiterhin zu der Situation in Katar schweigt, drückt unser Verein damit seine Gleichgültigkeit aus. Damit schädigt der FC Bayern seinen Ruf und wird seiner Vorbildstellung nicht gerecht."

Die Geschäftsbeziehung mit Katar ist in der Fanszene des FC Bayern wegen der Menschenrechtssituation im Gastgeberland der WM 2022 oder der Arbeitsverhältnisse etwa auf den WM-Baustellen ein Reizthema mit Tradition.

"Diese Kooperation schadet dem Image des FC Bayern nachhaltig", hieß es in einem vor der JHV verteilten Statement der "Südkurve München". Man wolle vielmehr einen FC Bayern, "der nicht von Leuten benutzt wird, die sich nicht um Menschenrechte scheren, aber mit uns ihr Image aufpolieren wollen". (msc)