Hunderte Menschen spenden Rekordsumme für Elfjährigen

Betrug am Limo-Stand: Mann zockt Jeremys ganzes Taschengeld ab

Der fremde Mann (links) hat den kleinen Jeremy aus Everett (US-Bundesstaat Washington) um sein Taschengeld betrogen.
Der fremde Mann (links) hat den kleinen Jeremy aus Everett (US-Bundesstaat Washington) um sein Taschengeld betrogen - er zahlte seine Limo mit einer gefälschten Dollarnote. Die Polizei ermittelt.
Facebook/Everett Police Department; gofundme/Amy Steenfott

Gemein, unanständig, skrupellos: Bei diesem Fall blieb selbst der Polizei die Spucke weg. Ein Mann hatte im Sommer am Limonadenstand des kleinen Jeremy mit Falschgeld bezahlt – und das genaue Wechselgeld verlangt. Der Junge habe umgerechnet rund 83 Euro herausgegeben. Nun sucht die Polizei mit einem Foto nach dem fiesen Betrüger. Auch wenn der noch nicht gefunden ist, hat der Fall für den Jungen glücklicherweise schon jetzt ein Happy End.

An Tankstelle flog der fiese Falschgeld-Betrug auf

Mit diesem Foto sucht die Polizei von Everett (US-Bundesstaat Washington) nach dem dreisten Limo-Betrüger, der Jeremy (11) übers Ohr gehauen hat.
Mit diesem Foto sucht die Polizei von Everett (US-Bundesstaat Washington) nach dem dreisten Limo-Betrüger, der Jeremy (11) übers Ohr gehauen hat.
Facebook / Everett Police Department

Mit seinem gesparten Geld hatte Jeremy aus Everett (US-Bundesstaat Washington) einen Limonadenstand errichtet. Ein Mann habe sein Getränk mit einem 100-Dollar-Schein bezahlt und das genaue Wechselgeld verlangt, wie die Polizei berichtet. Der Elfjährige habe daraufhin sein ganzes Taschengeld zusammengekratzt, um zumindest umgerechnet rund 83 Euro herausgeben zu können. Ein herber Verlust, wie sich später zeigen sollte. Denn als der Junge bei einer Tankstelle bezahlen wollte, stellte sich der Schein als sogenannte Blüte, also Falschgeld, heraus. Eine herbe Enttäuschung für das Kind, das sich mit dem Verkauf von Limo etwas dazuverdienen wollte.

Die Polizei postete ein Foto des Betrügers und bat die Menschen um sachdienliche Hinweise. „Unsere Ermittler arbeiten zwar hart daran, jeden Fall abzuschließen – aber dieser Fall hat sie besonders berührt, und sie wollen alles tun, um Jeremy Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und den Fälscher zu fassen“, heißt es in einer Pressemeldung, die am 04. August zusammen mit dem Bild bei Facebook veröffentlicht worden ist.

Hunderte Menschen schicken Jeremy Geld

Eine Freundin der Familie konnte diese himmelschreiende Ungerechtigkeit nicht auf sich beruhen lassen. Auch um Jeremy dabei zu unterstützen, nicht aufzugeben und seinen Stand weiter zu betreiben, rief Amy Steenfott eine Spendenaktion ins Leben. Bei „GoFundMe“ schrieb sie, Jeremy sei ein geschäftstüchtiger Junge, der im Winter Schnee schippe oder bei den Nachbarn Rasen mähe, um sein Taschengeld aufzubessern. „Ich beginne das Ziel mit 250 Dollar, um seinen Verlust zu decken und ihm etwas mehr Geld zu geben, damit er sein Unternehmen möglicherweise erweitern kann.“ Drei Tage später dann die riesige Überraschung: Das Spendenziel wurde weit übertroffen!

Aktuell sind bereits umgerechnet rund 14.700 Euro (Stand 08. August, 12 Uhr) zusammengekommen – wohl auch befeuert von einem Bericht der Nachrichtenseite „CNN“. „Das hier wurde in der Hoffnung eingestellt, dass wir Jeremy dazu bringen können, seinen Stand wieder zu eröffnen. Mit all der Liebe und Unterstützung, die wir in der ganzen WELT erhalten haben, hat dies alle Hoffnungen übertroffen. Unnötig zu sagen, dass sowohl ich als auch Jeremys Familie überwältigt sind. Jeremy weiß noch gar nicht, wie viel Liebe und Unterstützung Sie alle ihm geschickt haben.“ Die hohe Spendenbereitschaft zeige, „dass es so viele großartige Menschen auf dieser Welt gibt und wir die schlechten weit übertreffen“, postete Amy in einem Update. (cwa)