Versuchter Weltrekord

Fallschirmspringer fliegt mit überdimensionaler Deutschlandflagge

09. August 2021 - 17:37 Uhr

Ein Weltrekord am Tag der Deutschen Einheit?

Fallschirmspringer Rolf Grabowsky aus Eckernförde in Schleswig-Holstein ist schon über 8.000 Mal mit dem Fallschirm aus dem Flugzeug gesprungen, doch sein Sprung am 3. Oktober dieses Jahres soll ein ganz besonderer werden. An diesem Tag will der 59-Jährige den Welkrekord im Flaggenspringen knacken und sich mit einer überdimensionalen Deutschlandflagge in die Lüfte stürzen. Schon jetzt trainiert er auf dem Flugplatz im Schleswig-Holsteinischen Husum für sein großes Ziel.

Wie dieses Training aussieht und warum das Fallschirmspringen sogar seine Frau beflügelt, sehen Sie im Video.

Raffen oder Falten?

Bei seinem Training testet Rolf Grabowsky, wie er seine 120 Quadratmeter große Deutschlandflagge am besten verstauen kann, ob er sie lieber raffen oder falten soll, um sie dann möglichst ohne Probleme in der Luft zu entfalten. Jetzt übt er noch mit einer sieben Kilogramm schweren Flagge, bei seinem Weltrekord-Versuch ist die Flagge dann aber 150 bis 200 Kilogramm schwer und 80 Meter lang. "Das Spannende ist, dass bei dem ganzen Ablassen und Entfalten der Flagge nichts schief laufen darf, weil, wenn die Flagge zum Beispiel einen Luftbunker, wie so einen Spinnaker wirft, dann entsteht so viel Energie, dass es mir auf Deutsch gesagt, die Füße wegzieht und mein Fallschirm in den Sturzflug übergeht." Daher hat Grabowsky ein Sicherheitssystem eingebaut, mit dem er sich zur Not von der Flagge trennen und alleine weiterfliegen kann. Damit die riesige Flagge in diesem Fall nicht einfach zu Boden stürzt, wird auch sie an einem Bremsfallschirm befestigt. Ein durchdachtes System, mit dem Grabowsky die Vereinigten Arabischen Emirate vom Weltrekordhalter-Stuhl stoßen mag.

"Weil es eben machbar ist"

Rolf Grabowsky will den Weltrekord nach Deutschland beziehungsweise nach Schleswig-Holstein holen, "aus Nationalstolz", wie er sagt, und weil es eben machbar sei. Auch seine Frau Claudia Pfeiffer kennt die Abenteuerlust und den Ehrgeiz ihres Mannes. "Er liebt die Gefahr und die Herausforderung, auch wenn er zugleich Sicherheitsmensch ist", erzählt die Englischlehrerin am Flugplatzrand in Husum. Kennengelernt hat sich das Pärchen beim Salsa-Tanzen. "Er tanzt auch super gern und super viel. Auch beim Tanzen will er alles super gut machen, also er will auch einfach der Beste sein. Das ist der Reiz daran." Und für Grabowsky selbst ist es auch der Traum vom Fliegen, der ihn antreibt. "Das ist spannend ohne Ende. Ich sage immer, ich habe Adrenalin für zwei Wochen danach, also der Körper schüttet so viele Botenstoffe aus, das kann man nicht in Worte fassen." Ehrgeiz und Übung hat Grabwosky schon, jetzt müssen am 3. Oktober nur noch Wind und Wetter stimmen.