Soziales Netzwerk hat Geburtstag

Facebook wird 15 - Man ist nie zu alt für Besserung!

© REUTERS, Dado Ruvic, FW1F/Alexandra Hudson/TB

4. Februar 2019 - 10:50 Uhr

von Lauren Ramoser

Die Nutzer-Zahlen steigen, immer mehr Menschen benutzen Facebook. Dennoch bleibt das Gefühl, dass der ganz große Hype vorbei ist. Zu schlecht waren die Schlagzeilen um Datenschutz und Propaganda in den vergangenen Jahren. Zum 15. Geburtstag kann man Facebook sicher gratulieren - aber die Freude ist getrübt.

Ein Viertel der Weltbevölkerung nutzt Facebook

Gefühlt verbringen wir hier in Deutschland immer weniger Zeit bei Facebook, dennoch ist der Einfluss ungebrochen. Denn auch wenn Nutzer nicht mehr so viel Zeit bei Facebook selbst verbringen, fließen ihre Daten durch Whatsapp und Instagram weiter an den Netz-Giganten. Und die Mitgliederzahlen von Facebook steigen  Mittlerweile nutzen 1,8 Milliarden Menschen das Soziale Netzwerk, das ist ein Viertel der Weltbevölkerung.

Durch die vielen Privatpersonen wurden über die Jahre auch zahlreiche Organisationen, Parteien, Medien und Firmen angelockt. Nirgendwo sonst lassen sich Menschen so direkt erreichen, wie auf Facebook, denn hier stellen sie völlig freiwillig und vor allem kostenlos ihre Daten zur Verfügung.

Daher ist Facebook für die Zukunft gut aufgestellt. Einkäufe wie Whatsapp und Instagram, aber auch Investitionen in die Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz sollen dem sozialen Netzwerk auch in den nächsten Jahren die Existenz sichern.

Pannen, Probleme, Propaganda

Die Problemchen, die Facebook in früheren Jahren verursacht hat, wirken rückblickend wie niedliche Kleinkinderstreiche. 2011 sorgte die versehentlich öffentliche Geburtstagseinladung der Teenie-Party von Thessa aus Hamburg noch für den größten Aufruhr, als die Polizei die ungewollte Feier tausender Partywilliger stoppen musste.

Doch mittlerweile nehmen die Skandale eine ganz andere Dimension an: Mangelnder Datenschutz, Propaganda-Vorwürfe und ein fortschreitender Image-Verlust.

Sieben Jahre später muss sich Gründer Mark Zuckerberg vor Gericht verantworten, weil Facebook über das britische Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica die US-Wahl positiv für Donald Trump beeinflusst hatte, indem sie gezielt Werbung für potentielle Wähler geschaltet haben. Zuckerberg entschuldigte sich und gelobte Besserung.

Facebook hat unentgeltlich 1,8 Milliarden Mitarbeiter

Whatsapp und Instagram gehören mittlerweile zu Facebook.
Sind fast auf jedem Smartphone installiert: Facebook, Instagram und Whatsapp.
© RTL Interactive

Facebook und seine Tochter-Netzwerke haben ein Problem gelöst, das lange als unlösbar galt: Sie lassen Menschen für sich arbeiten, ohne sie dafür zu bezahlen. Vollkommen freiwillig. Mit jedem Klick generieren Nutzer bares Geld für den Internet-Giganten, der die Daten an App-Entwickler und Werbekunden verkaufen kann.

Während der Nutzer mit einem Klick lediglich seine Leidenschaft für süße Hunde mitteilt, teilt er Werbekunden damit auch sein Nutzerverhalten, seine soziale Interaktion und private Informationen über Hobbies und Interessen mit.

Mit diesen Daten macht Facebook Geld - richtig viel Geld! Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei 13,7 Milliarden Euro.

Da trotz riesigem Datenskandal im vergangenen Jahr die Neuanmeldungen weiter steigen, scheint den Nutzern der Verbleib ihrer persönlichen Daten egal zu sein. Vielleicht, weil sie schlecht greifbar ist. Aber niemand würde einem Fremden an der Haustür private Informationen geben. Im Netz sind diese Informationen als Klicks getarnt einfach nicht mehr verständlich.

Man ist nie zu alt für Besserung

Facebook hat unser Verhalten im Netz verändert. Es hat einen Raum geschaffen, der für Heimeligkeit im riesigen Gewirr aus Informationen und Seiten sorgt. Doch entgegen einem gemütlichen Zuhause, sind die Grenzen von Facebook für User nicht mehr nachvollziehbar.

15 Jahre sind im Internet eine Ewigkeit. Doch weise wie ein grauer Greis benimmt sich Facebook nicht. Da man aber nie zu alt ist, etwas zu verändern, kann man Facebook nur wünschen, sich weiterzuentwickeln. Hin zu mehr Sicherheit, mehr Transparenz für Nutzer und weniger Manipulation.