Wegen Vorschriften für VIPs?

UEFA droht London mit EM-Final-Entzug

Kein Finale in Wembley?
Kein Finale in Wembley?
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18. Juni 2021 - 10:45 Uhr

So geht's nicht, nicht für die UEFA!

Die beiden Halbfinals und das Finale der Fußball-EM sollen im Londoner Wembley-Stadion stattfinden. Die UEFA erwartet dazu 2500 Delegierte, Medienschaffende und sonstige VIPs. Die müssten sich nach ihrer Ankunft eigentlich absondern - für die UEFA unzumutbar.

Zu strikte Quarantäne-Vorgaben?

London könnte aufgrund der englischen Corona-Bestimmungen womöglich das EM-Finale verlieren. Die britische Zeitung "The Times" berichtet, dass die UEFA drohe, das Endspiel und auch die beiden Halbfinals kurzfristig an Budapest zu vergeben, sollte die Regierung dem Fußballverband und seinen Gästen keine Ausnahme von den Quarantäne-Regeln erteilen.

Die beiden Halbfinalspiele der Europameisterschaft sind für den 6. und 7. Juli angesetzt, das EM-Finale wird am 11. Juli im Londoner Wembley-Stadion ausgespielt. Die UEFA erwartet für die drei Highlights des Turniers Hunderte Gäste. Dazu gehören eigene Delegierte, Offizielle der europäischen Fußballverbände und des Weltfußballverbandes FIFA. Auch hochrangige Politiker, Vertreter von Sponsoren und Medien sollen die vier besten Mannschaften der EM in London begleiten und vor Ort begutachten dürfen.

Die englischen Corona-Bestimmungen sehen aktuell allerdings nur für wenige Staaten, Regionen und Orte der sogenannten Grünen Liste eine quarantänefreie Einreise vor. Für Einreisen aus allen anderen Regionen gilt, dass sich die Betroffenen nach ihrer Ankunft für zehn Tage absondern und zwei Corona-Tests absolvieren müssen, die schon vor der Ankunft gebucht und bezahlt sein müssen. Erst danach dürfen sie ihre Unterkunft verlassen.

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Budapest lockt mit vielen Freiheiten

Da die UEFA mit dieser Regelung nicht einverstanden ist, diskutiert die britische Regierung nach Angaben der "Times" eine Ausnahmeregelung für die VIP-Gäste. Da ihr unkontrollierter Besuch allerdings zu steigenden Corona-Infektionszahlen und einer weiteren Verzögerung der ursprünglich schon für den 21. Juni geplanten, kompletten Öffnung führen könnte, wird große öffentliche Empörung der Bevölkerung befürchtet.

Budapest wird als Austragungsort von der UEFA mutmaßlich deshalb präferiert, weil es anders als in den anderen EM-Spielorten so gut wie keine Corona-Einschränkungen gibt. Während die Auslastung in den Stadien in London, München, Kopenhagen oder Rom jeweils bei etwa 20 bis 35 Prozent liegt, darf die ungarische Nationalmannschaft in der Puskas Arena bei voller Kapazität vor bis zu 61.000 Fans spielen. (tno)

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