EU-Behörde: West-Nil-Viren verbreiteten sich stark in Europa – mindestens 170 Tote im Jahr 2018

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4. November 2018 - 10:59 Uhr

Mehr als 1.460 Infektionen gemeldet

In den EU-Mitgliedsstaaten gab es nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC bis Ende Oktober über 1.460 gemeldete Infektionen mit West-Nil-Viren. Europaweit starben mindestens 170 Menschen an dem Virus. Übertragen wird der Krankheitserreger vor allem durch Mücken, aber auch durch den Kontakt mit Vögeln. Das milde Klima der letzten Zeit begünstigte wohl die Ausbreitung der Viren. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist höchstens durch Organtransplantationen oder Blutspenden möglich.

Dunkelziffer der West-Nil-Virus-Ansteckungen dürfte noch höher liegen

Zum Vergleich: Im gesamten Vorjahr waren es in der EU nur gut 200 gemeldete Infektionen gewesen. In allen europäischen Ländern zählte die Behörde damals 25 Todesfälle. Auch aus den Jahren davor sticht keines so heraus wie das Jahr 2018. Dabei dürfte in allen Jahren die Dunkelziffer noch höher liegen, da das Virus oft keine oder nur leichte Symptome hervorruft.

Bei 20 Prozent der Erkrankten treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Für Ältere oder Menschen mit Vorerkrankungen kann es dann richtig gefährlich werden.

Ein deutscher Tierarzt infizierte sich bei der Untersuchung eines toten Vogels

In diesem Jahr wurde der Erreger erstmals bei Vögeln und Pferden in Deutschland nachgewiesen. Zwölf Fälle bei Vögeln und zwei bei Pferden seien bisher festgestellt worden, erklärte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts. Ein Tierarzt infizierte sich bei der Untersuchung eines toten Vogels. Weitere Ansteckungen von Menschen wurden in Deutschland allerdings nicht bekannt.

Mit niedrigeren Temperaturen wird die Gefahr der vor allem von Mücken übertragenen Viren nun erstmal geringer.