Schauspielerin Mila Kunis riet ihrer Tochter (7), ein anderes Kind zu schubsen

Zurückschubsen oder nicht? Was Eltern ihren Kindern raten sollten

Wie sollten Kinder am besten reagieren, wenn sie von anderen Kindern geschubst oder geärgert werden? (Symbolbild)
Wie sollten Kinder am besten reagieren, wenn sie von anderen Kindern geschubst oder geärgert werden? (Symbolbild)
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26. Oktober 2021 - 14:31 Uhr

Wie sollten Kinder auf Ärger reagieren?

Kinder sind nicht immer nett zueinander, keine Frage. Da wird auch mal etwas Doofes gesagt, geärgert und geschubst. Doch was rät man seinen Kindern, wie sie am besten darauf reagieren sollen? Wie Schauspielerin Mila Kunis in der Webshow "Mom Confessions" von Ellen DeGeneres ausplauderte, hat sie ihrer siebenjährigen Tochter dazu geraten, ein anderes Kind zurückzuschubsen, nachdem dieses ihre Tochter geschubst hatte. Im Nachhinein sei das wohl eher ein "Erziehungsfail" als ein guter Ratschlag gewesen, gab die 38-Jährige zu. Aber wie macht man es besser? Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Sabine E. Werner-Kopsch weiß, was Eltern ihren Kindern in einem solchen Fall raten sollten.

Was sollten Eltern ihren Kindern raten, wenn sie von anderen Kindern geschubst oder anders geärgert werden?

Sabine E. Werner-Kopsch, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin:

"Erst einmal muss die Handlung selbst eingeordnet werden. Kleine Rangeleien gehören zum Entwicklungsprozess des Menschen und es ist wichtig, dass adäquat reagiert wird, denn damit beginnt die außerfamiliäre Konfliktbewältigung. Wie in der Familie ist es wichtig, dass Kinder sich zu behaupten und abzugrenzen lernen. Der persönliche Horizont ist natürlich dem Kind entsprechend und es ist nicht immer einfach die Sachlage zu überblicken, dennoch haben auch Kinder in der Regel ein natürliches Gefühl für ihre Grenzen. Wenn diese überschritten werden, müssen sie 'Stop!' oder 'Ich möchte das nicht!' sagen. Dieses wird in der Regel akzeptiert. Dennoch gibt es immer wieder Fälle, in denen auch dann noch Grenzüberschreitungen stattfinden. Hier bleibt nur der Kontakt zur aufsichtspflichtigen Person."

Was würde passieren, wenn Kinder mit Gewalt auf Gewalt reagieren?

Sabine E. Werner-Kopsch, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin:

"Diese gewaltbasierten Erfahrungen können dazu führen, dass eine regelrechte Gewaltspirale in Gang gesetzt wird. Alle Beteiligten fühlen sich unwohl und sind Gefangene in einem Drama, dass sie vor allem von dem Sinn und Zweck der öffentlichen Einrichtungen Kindertagesstätte, Schule oder Sportverein abhält. In so einem Umfeld lässt sich nur die Erfahrung sammeln, dass Konflikte mit Gewalt gelöst werden und traumatische Erfahrungen sind die Regel."

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Wie sollten sich Eltern verhalten, wenn ihr Kind von anderen Kindern geärgert oder gar verletzt wird?

Sabine E. Werner-Kopsch, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin:

"Es ist eine besondere Herausforderung, die Gewalterlebnisse des eigenen Kindes anhören zu müssen und dennoch ist es wichtig, dass die Eltern nicht zum Teil des Dramas werden, sondern Teil der Lösung sind. Insbesondere, wenn die Grenzen weiter überschritten werden. Die erste Frage ist, welche Unterstützung das Kind möchte, um zu entscheiden, ob die Eltern-Empfindung vielleicht dramatischer ist, als die des Kindes. Wenn das Kind keine weitere direkte Unterstützung möchte, dann bleibt es erst einmal dabei, denn auch die Eltern müssen die Grenzen des Kindes akzeptieren. Ist das Kind jedoch bereits verletzt, müssen die Eltern mit dem Kind erklärend abwägen, dass weitergehender Handlungsbedarf besteht und diesen Weg auch beschreiten. Dieser sieht die Einbindung der Aufsichtspflichtigen durch die Eltern vor.

Es kommt auch immer wieder vor, dass schlicht keine adäquate Maßnahme ergriffen wird und Kinder verletzt werden. Hier ist es wichtig, dass die Eltern ihrer Fürsorgepflicht nachkommen und Anzeige gegen Täter*innen und den Kreis der aufsichtspflichtigen Personen bei allen relevanten Stellen (Staatsanwaltschaft, Jugendamt, Schulamt, etc.) abgeben. Denn die Aufsichtspersonen haben auch eine Fürsorge und Aufsichtspflicht der sie für jedes Kind nachkommen müssen." (akr)