Getarnt als falsche Polizisten

Ermittler Tamer Bakiner: Auf diese Opfer sind die Abzocker aus

19. Januar 2020 - 8:54 Uhr

Kriminelle Machenschaften im Call-Center

Sie geben sich als Polizisten aus und stehlen ihren Opfern mit einer miesen Abzockmasche ihr Erspartes. Ermittler Tamer Bakiner hat sich in eine Gruppe eingeschleust, die solche kriminellen Machenschaften über Call-Center organisiert. Im Interview mit RTL verriet er, auf welche Opfer die Täter aus sind.

"Die meisten besitzen zwischen 10.000 und 100.000 zu Hause"

Die Täter seien gut ausgebildet, das Vertrauen in die Polizei sei groß. Genau das mache es den falschen Beamten leicht - besonders bei Senioren. "Diese älteren Menschen glauben immer noch an das Gute", so Bakiner. "Es gibt da draußen so viele ältere Menschen, die auf den Schockmoment reagieren und auch darauf reinfallen." Hinzu käme die Überzeugungskraft der Täter. Die hätten nämlich auf jede Frage eine Antwort und seien durch die vielen Anrufe top geschult. Eine ganz bestimmte Gruppe springt genau darauf an: Ältere Damen.

Die Opfer seien überwiegend alleinstehend, es handle sich oft um Frauen. Der falsche Polizist suche sich immer Personen aus, die keine Verwandten, Kinder oder Enkelkinder hätten. Dann würde die Masche nämlich nicht funktionieren. "Sie fragen immer vorher nach: Leben Sie alleine? Sind Sie alleine zu Hause? Haben Sie noch andere Familienmitglieder? Bekommen Sie Besuch?" Ein weiteres Kriterium ist das Geld: "Die meisten besitzen zwischen 10.000 und 100.000 zu Hause", so der Ermittler. In Form von Schmuck, Schließfächern oder Bargeld.

Daran merken Sie, dass nicht die Polizei am Telefon ist

Doch, auch wenn die Betrüger ihre Abzock-Aktionen gut planen: Man kann sie entlarven! So rufen die falschen Polizisten beispielsweise absichtlich mit einer Software an, die die Nummer 110 im Display des Opfers erscheinen lässt. Gerade das sollte bei Betroffenen die Alarmglocken läuten lassen. Wie Tamer Bakiner erklärt, sei das nämlich nie der Fall, wenn dein Freund und Helfer am anderen Ende der Leitung ist. "Die Polizei ruft niemals unter 110 an. Niemals." Außerdem würde die Polizei nicht nach privaten Daten wie Vermögen oder Familienmitgliedern fragen. Wem etwas verdächtig vorkommt, der soll sich lieber noch einmal vergewissern und selbst die 110 wählen. 

RTL-Sondersendung "Vorsicht – Falsche Polizisten!"

In der RTL-Sondersendung "Vorsicht – Falsche Polizisten!" zeigen wir eine Undercover-Reportage, wie skrupellos Trickbetrüger arbeiten. Die Sendung läuft am Montag, 20.1., um 20.15 Uhr bei RTL. Moderator der Live-Sendung ist Steffen Hallaschka.

Zuschauer, die bereits Opfer von falschen Polizisten geworden sind oder verdächtige Anrufe erhalten haben, können sich live unter der kostenfreien Hotline-Nummer 0800-2008008 melden.

Schicken Sie eine Mail an falschepolizisten@rtl.de und erzählen Sie uns, wenn Sie selbst Opfer einer Betrugsmasche wurden.

Unsere Social-Media-Kanäle werden die Live-Sendung umfangreich begleiten (#falschepolizisten). Auf RTL.de läuft während der gesamten Sendung ein Liveticker mit Fakten, kurzen Videos und weiteren Fragen der Zuschauer.