DFB regelt die Löw-Nachfolge

Endlich offiziell: Flick wird Bundestrainer

25. Mai 2021 - 13:53 Uhr

Auf dem Weg zur Heim-EM 2024

Nun ist offiziell, was längst erwartet worden war: Hansi Flick wird nach der Fußball-EM in diesem Sommer Trainer der deutschen Nationalmannschaft und soll für drei Jahre, bis nach der Heim-EM 2024 bleiben. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag mit. Er wird damit Nachfolger von Joachim Löw, der sich nach dem Turnier freiwillig zurückzieht. Gemeinsam hatten die beiden bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien den Titel gewonnen. Flick war damals Co-Trainer.

Flick: "Überraschend schnell"

"Es ging jetzt doch alles auch für mich überraschend schnell mit der Unterschrift, aber ich bin sehr glücklich, ab dem Herbst als Bundestrainer tätig sein zu dürfen", sagte Flick zu seinem neuen Job."Meine Vorfreude ist riesig, denn ich sehe die Klasse der Spieler, gerade auch der jungen Spieler in Deutschland. So haben wir allen Grund, die kommenden Turniere, zum Beispiel die Heim-EM 2024, mit Optimismus anzugehen."

DFB-Direktor Oliver Bierhoff betonte, dass Flick "von Anfang an ganz oben auf meiner Wunschliste" gestanden habe: "Die menschlichen und fachlichen Qualitäten von Hansi Flick kenne und schätze ich seit unseren vielen gemeinsamen erfolgreichen Jahren bei der Nationalmannschaft."

Der neue Bundestrainer betreut das DFB-Team erstmals am 2. September in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein (live bei RTL). Danach stehen zwei weitere Qualipartien gegen Armenien (5. September) und Island (8. September) auf de Programm.

Keine Spur war so eindeutig wie die zum DFB

Mit der Klärung der prominentesten Personalie hat der in der Führung heillos zerstrittene DFB damit vor der am 11. Juni beginnenden Europameisterschaft wenigstens auf einem Nebenschauplatz für Ruhe gesorgt. Flick hatte zuletzt verraten, den DFB und ihn trennten nur noch letzte Details. Die Gerüchte um ein Engagement des scheidenden Trainers des FC Bayern hatten sich lange und hartnäckig gehalten. Alle Versuche, das Thema vage zu reden, waren erfolglos. Anfang Mai hatte der 56-Jährige gesagt, dass er auch Gespräche mit anderen Interessenten führe. Aber keine Spur war so eindeutig wie die zum DFB.

So holte der FC Bayern die Meisterschaft: Flick, der mit der Meisterschaft mit dem FC Bayern den siebten Titel in anderthalb gemeinsamen Cheftrainer-Jahren gewonnen hatte, hatte seinen Klub bereits vor Wochen um Freigabe zum Saisonende gebeten - und ihn mit seinem Alleingang vor laufenden Kameras düpiert. Obwohl er extremst erfolgreich war, wollte er in München nicht weitermachen. Zu sehr hatte er sich im fiesen Machtkampf mit Sportvorstand Hasan Salihamidžić aufgerieben. Zu aussichtslos war sein Werben um mehr Einfluss bei der Kadergestaltung.

Die Bayern haben die Nachfolge bereits ebenfalls geklärt. Für die Ablöse von bis zu 25 Millionen Euro (Weltrekord für einen Trainer) holte der Klub Julian Nagelsmann von RB Leipzig. Der 33-Jährige ist seit seiner Kindheit Fan des Klubs und erfüllt sich nun bereits in sehr jungen Jahren den Traum von einem Engagement beim Rekordmeister. (tno/msc)