„Sie haben uns unsere Haut genommen“

Unterwäsche-Protest: Alitalia-Flugbegleiterinnen ziehen sich mitten in Rom aus

24. Oktober 2021 - 10:13 Uhr

Stillschweigende Choreo beeindruckt

Ihre Uniform ist für sie alles – und die wurde vielen von ihnen nun genommen. Ehemalige Flugbegleiterinnen der stillgelegten italienischen Fluggesellschaft Alitalia haben in Rom deshalb einen besonderen Protest gestartet: Sie zeigten sich in Unterwäsche mitten in der Stadt, um auf ihre schwierige berufliche Situation aufmerksam zu machen. Vielen droht der Verlust des Arbeitsplatzes. Diejenigen, die bleiben dürfen, bekommen weniger Lohn. Dabei geben sie alles fürs Fliegen.

Flugbegleiterinnen: Haben uns alles weggenommen

"Heute, oder besser gesagt am 15. Oktober, haben sie uns unsere Haut genommen. Wenn man uns die Uniform wegnimmt, bedeutet das, dass man uns alles wegnimmt", erklärte Cristina Poggesi, Flugbegleiterin und Gewerkschaftsvertreterin. Sie bezieht sich damit auf die Stilllegung der Traditionsfluglinie.

Alitalia ist Geschichte, dafür will ITA Airways in die großen Fußstapfen treten. Und Mitarbeiter übernehmen – allerdings nur rund 3.000 der bisher 10.000 Alitalia-Kräfte. Und das auch nur zu deutlich schlechteren Bedingungen.

Flugbegleiterinnen ziehen zum Protest öffentlich ihre Uniform aus.
Flugbegleiterinnen ziehen zum Protest öffentlich ihre Uniform aus.
© Imago Entertainment

"Demütigende" Verträge bei neuem Arbeitgeber

"Für uns ist die Uniform etwas, das uns in der Welt repräsentiert und wir haben sie immer mit Stolz getragen", so Poggesi. "Wir sind hier, um unseren Schmerz zum Ausdruck zu bringen und die Solidarität mit unseren Kollegen, die von der ITA gezwungen wurden, einen demütigenden Vertrag zu unterschreiben."

Mit dem Protest wollen die Flugbegleiterinnen außerdem die Regierung dazu bringen, die Arbeitslosenunterstützung für die Ex-Kollegen auf bis zu fünf Jahre auszuweiten. (ana)