Vater fand 19-Jährige tot im Auto

Abiturient soll Jana erstochen haben, weil kein anderer sie haben sollte

Prozess nach Mord an 19-Jähriger
Prozess nach Mord an 19-Jähriger
© dpa, Philipp Schulze, phs fdt

22. Juni 2021 - 12:25 Uhr

Emotionaler Prozessauftakt in Lüneburg

Die 19-jährige Schülerin Jana D. kommt Mitte Januar abends nicht von ihrem Job in einem Lokal nach Hause. Ihr Vater beginnt die Suche nach seiner Tochter – und findet sie um 3 Uhr nachts sitzend und erstochen in ihrem Auto auf einem Parkplatz im Lüneburger Stadtteil Schützenplatz. Sofort fällt der Verdacht auf ihren Freund, der sich jetzt vor Gericht verantworten muss.

Der Täter stach mit einem Küchenmesser massiv auf die Schülerin ein

Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod der Gymnasiastin beginnt am Dienstag am Landgericht Lüneburg der Prozess gegen ihren gleichaltrigen Freund. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm heimtückischen Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Er soll das Mädchen mit einem 19-Zentimeter langen Küchenmesser getötet haben. Mehrmals soll er massiv auf Janas Kopf und ihren Hals eingestochen haben.

Er soll aus Wut gehandelt haben: Kein anderer sollte Jana haben

Laut Anklage wollte der 19-Jährige keine Trennung akzeptieren. Kein anderer sollte seine Jana haben. Zum Tatzeitpunkt sollen die beiden gemeinsam im Auto der Schülerin gesessen haben: Sie auf dem Fahrersitz, er auf der Beifahrerseite. Beim Gespräch soll eine Trennung ausgesprochen worden sein. Einen Angriff erwartet Jana nicht, das soll ihr Freund ausgenutzt haben. Wehren kann sich Jana im Fahrzeug sitzend nicht. Das Küchenmesser soll der Abiturient schon dabeigehabt haben.

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Der 19-Jährige schweigt beim Prozessauftakt

Der Abiturient soll seine damalige Freundin von ihrer Arbeitsstätte abgeholt und zum Auto begleitet haben. Dort soll er dann aus Wut auf sie eingestochen haben. Das Messer mit der 19 Zentimeter langen Klinge wurde in der Nähe des Tatortes gefunden. Seit Januar sitzt der 19-Jährige in Untersuchungshaft und schweigt. Auch beim Prozessauftakt am Dienstag sagt der mutmaßliche Täter nichts. Beim Betreten des Gerichtssaals hält er sich leicht zitternd eine Mappe vors Gesicht. Er wolle am nächsten Verhandlungstag aussagen, heißt es.

Täter wollte womöglich Suizid der Schülerin vortäuschen

Laut Rechtsmedizin bietet sich ein sehr komplexes Verletzungsbild: Es gibt Spuren von diversen scharfen Gewalteinwirkungen am ganzen Körper. Todesursächlich seien drei Stiche am Hals gewesen. Nach Janas Tod könnte der Täter ihr außerdem Verletzungen an der Pulsader zugefügt haben, um nachträglich einen Suizid vorzutäuschen, so der Richter beim Prozessauftakt.

Angeklagter kneift Augen zusammen, Vater des Opfers verlässt den Gerichtssaal

Während der Aussage des Gerichtsmediziners kneift der 19-jährige Angeklagte die Augen zusammen, weint aber nicht. Der Vater des Opfers, der gleichzeitig der Nebenkläger ist, hält die Situation nicht aus und verlässt den Gerichtssaal.

Freundinnen des Opfers verlassen unter Tränen den Gerichtssaal

In Lüneburg sorgt die Tat für Entsetzen. Das Opfer stand kurz vor dem Abitur, auch viele Mitschüler und Bekannte zeigen sich betroffen. Beim Prozessauftakt sind viele Mitschülerinnen und Freundinnen des Opfers anwesend. Eine von ihnen verlässt noch vor Prozessbeginn unter Tränen den Saal. Die Jugendkammer hat zunächst 13 Verhandlungstage für den Fall anberaumt. (dpa/nid/eli)

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