Blitz-Urteil nach Angriff auf Frankreichs Präsidenten

Emmanuel Macron kassiert Ohrfeige - Täter 2 Tage danach zu Haftstrafe verurteilt

10. Juni 2021 - 17:48 Uhr

Video vom Angriff auf Macron kursiert im Netz

Noch krachender als diese Ohrfeige ist nur das schnelle Urteil: Nur zwei Tage nachdem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron während eines Besuchs in der Region Drôme von einem Mann geohrfeigt wurde, ist der Täter verurteilt worden. Er muss ins Gefängnis – 14 der 18 Monate Haftstrafe setzte das Gericht auf Bewährung aus, wie französische Medien wie der TV-Sender BFM TV am Donnerstag aus dem Gerichtssaal in Valence berichtete. Wir zeigen die Ohrfeige, die den Mann in den Knast brachte, im Video.

Verurteilter Ohrfeigen-Angreifer: Überlegt, ein Ei oder eine Torte zu werfen

Dem 28-Jährigen sei zudem verboten worden, öffentliche Ämter zu bekleiden. Auch der Besitz von Waffen wurde ihm für mehrere Jahre untersagt. Es wurde Haftbefehl erlassen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor 18 Monate Gefängnis für Damien T. gefordert.

Dieser hatte den 43 Jahre alten Präsidenten am Dienstag bei einem Besuch in Tain-l'Hermitage geohrfeigt, wie Videos zeigen. Der Vorfall hatte landesweit für Entsetzen gesorgt. Der 28-Jährige bestritt die Tat vor Gericht nicht. Er sagte laut dem TV-Sender, Macron stehe für den Niedergang Frankreichs. Vorher habe er auch überlegt, ein Ei oder eine Torte zu werfen.

Macron wollte die Hände der Besucher schütteln

Macron war am Dienstag in das Département Drôme gereist, um vor weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen mit Gastwirten zu sprechen. Anschließend ging er zum Händeschütteln auf Besucher zu, die hinter einer Absperrung standen. Dabei ereignete sich der Vorfall.

Macron äußerte sich am Donnerstag in einem TV-Interview zu dem Vorfall. Er betonte erneut, dass es sich um eine "isolierte Tat" gehandelt habe, die nichts Tieferes aussage. Wirklich schlimm hingegen sei zum Beispiel die Gewalt gegen Frauen im Land. Gleichzeitig erklärte er, dass es "Momente sehr hoher Spannungen in unserem Land" gegeben habe - etwa während der "Gelbwesten"-Proteste. Er stellte auch einen Zusammenhang mit dem Hass in sozialen Netzwerken her - dieser werde normalisiert, man gewöhne sich daran. (dpa, mor, swi)

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