Verband setzt nächstes Nicht-Zeichen für Vielfalt und Toleranz

UEFA verbietet in Russland und Aserbaidschan Werbebanden in Regenbogenfarben

Während des Achtelfinals zwischen Wales und Dänemark ließen Sponsoren die Werbebanden mit Regenbogenfarben beleuchten.
Während des Achtelfinals zwischen Wales und Dänemark ließen Sponsoren die Werbebanden mit Regenbogenfarben beleuchten.
© Imago Sportfotodienst

02. Juli 2021 - 16:58 Uhr

UEFA knickt vor Russland und Aserbaidschan ein

Und wieder kuscht die UEFA vor den Austragungsorten anstatt ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen! Bei den EM-Partien in Baku (Aserbaidschan) und St. Petersburg (Russland) wird es keine Werbebanden mehr in Regenbogenfarben geben. Zuletzt, unter anderem beim Spiel Deutschland gegen Ungarn, als die Münchner Arena nicht in den LGBTQ-Farben erstrahlen durfte, setzten die Sponsoren mit der neuen Farbgebung ein Zeichen. Das dürfen sie jetzt aber in einigen Stadien nicht mehr.

Respekt gegenüber allen - aber nicht überall

Am 23. Juni noch postete die UEFA auf ihrem offiziellen Instagram-Kanal ein Foto des Logos des Verbandes in Regenbogenfarben. "Die UEFA respektiert den Regenbogen. Die UEFA ist stolz, heute die Farben des Regenbogens zu tragen", wurde dazu geschrieben. Doch wenn es um mehr geht als nur simple Beiträge in sozialen Medien ist es schnell dahin mit dem Einsatz für Vielfalt und Toleranz bei der UEFA.

Schon zweimal sorgte der europäische Fußballverband bei der EM für kollektives Kopfschütteln bei diesem Thema. Nachdem Manuel Neuer im Spiel gegen Portugal (4:2) eine Kapitänsbinde in Regenbogenfarben getragen hatte, ermittelte die UEFA gegen ihn. Und beim nächsten Spiel der Deutschen durfte die Münchner Arena nicht in den Regenbogenfarben erstrahlen. Und jetzt gibt es das nächste Nicht-Zeichen der UEFA.

VW darf in Russland und Aserbaidschan nicht Flagge zeigen

Bei den Viertelfinalspielen im russischen St. Petersburg (Schweiz gegen Spanien) und im aserbaidschanischen Baku (Tschechien gegen Dänemark) dürfen die Werbebanden nicht die Farben der LGBTQ-Bewegung, die für die Gleichbehandlung von Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen sowie queeren Menschen einsteht, tragen.

"Aufgrund von Bedenken der UEFA im Hinblick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen an den Spielorten in Russland und Aserbaidschan hat der Verband uns darüber in Kenntnis gesetzt, dass eine Bespielung der Werbebanden in Regenbogenfarben in St. Petersburg und Baku nicht möglich sei", teilte Volkswagen, einer der EM-Sponsoren mit und betonte: "Diese Entwicklung bedauern wir." VW hätte gerne wieder ein "deutliches Zeichen pro Vielfalt" gesetzt. (sho)