Nach Kollaps-Drama bei EM

Eriksen bekommt "Defi" implantiert

Christian Eriksen hebt den Daumen.
Christian Eriksen hebt den Daumen.
© DFA via REUTERS, DANISH FOOTBALL ASSOCIATION, MAX

17. Juni 2021 - 10:55 Uhr

Entscheidung nach verschiedenen Untersuchungen

Der dänische Fußballverband hat ein Update zur Reha von Christian Eriksen verkündet. Einem Tweet der "Dansk Boldspil-Union" nach heißt es von Mannschaftsarzt Morten Boesen: "Nach verschiedenen Untersuchungen des Herzens ist entschieden worden, dass Christian Eriksen ein Defibrillator implantiert werden sollte." Dieser solle dann bei möglichen Rhythmusstörungen den Herzschlag wieder normalisieren.

Alle Spezialisten empfehlen diese Behandlung

Die Einsetzung eines sogenannten ICD sei von nationalen und internationalen Experten übereinstimmend als Behandlungsmethode vorgeschlagen worden. Eriksen sei damit einverstanden, hieß es in der Erklärung des dänischen Verbandes weiter. Der 29-Jährige war am Samstag in der Partie gegen Finnland in der 43. Spielminute kollabiert, Notärzte und Sanitäter retteten mit Wiederbelebungsmaßnahmen sein Leben. Das Spiel wurde nach Absprache mit beiden Mannschaften fortgesetzt, was im Nachhinein für massive Kritik sorgte.

Die lebensrettenden Maßnahmen wurden dabei von einem deutschen Arzt koordiniert: Jens Kleinefeld aus Köln übernahm bei der Rettung die Verantwortung. Die Ärzte hätten Eriksen nur zwei bis drei Minuten nach dem Kollaps mit dem Defibrillator "geschockt", sagte der 57-Jährige der Bild. Das habe sogleich geholfen.

"Oh Sch…, ich bin doch grad mal 29 Jahre alt"

"Nach zwei Minuten sah ich auf dem EKG-Monitor: Der Schock war erfolgreich. Dann dauerte es noch 20 oder 30 Sekunden, bis das Bewusstsein von Eriksen zurückkehrte. Er machte die Augen auf und sprach mit mir", berichtete Kleinefeld. Eriksen habe gleich gesagt: "Ja, ich bin da. Und dann sagte er noch: Oh Sch…, ich bin doch grad mal 29 Jahre alt. Ich sagte ihm, dass jetzt alles gut ist und keine Gefahr mehr besteht."

Eriksen habe direkt alles verstanden und seinen Arm auf die Brust legen können. Wichtig sei vor allem der schnelle Einsatz des Defibrillators gewesen. Bei einem Schock innerhalb der ersten zwei Minuten sei die Überlebenschance bei fast 90 Prozent. Mit jeder Minute mehr sinke die Wahrscheinlichkeit um zehn Prozent. "Da ist Eile geboten", erklärte Kleinefeld. (tno/sid)

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