Elektroschock kam zum Einsatz

Notarzt schildert Drama um Eriksen

Der Schockmoment um Christian Eriksen.
Der Schockmoment um Christian Eriksen.
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17. Juni 2021 - 9:56 Uhr

Herzmassage, Defibrillator, Elektroschock

Immer mehr Details zu dem erschreckenden Kollaps von Christian Eriksen kommen jetzt ans Licht: Der dänische Fußballer ist nach Angaben seines Notarztes im EM-Stadion von Kopenhagen nach seinem Zusammenbruch nach einem Elektroschock wieder bei Bewusstsein gewesen. Wie der Intensivmediziner Jens Kleinefeld berichtete, sei bei dem 29-Jährigen bereits nach wenigen Minuten Herzmassage der Defibrillator eingesetzt und der Elektroschock ausgelöst worden.

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"Das war ein sehr bewegender Moment"

"Etwa 30 Sekunden später hat der Spieler die Augen geöffnet und ich konnte direkt mit ihm sprechen. Das war ein sehr bewegender Moment, weil bei solchen medizinischen Notfällen im Alltag die Erfolgsaussichten doch deutlich geringer sind", sagte Kleinefeld den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Eriksen war im Spiel Dänemark gegen Finnland (0:1) in der ersten Halbzeit auf dem Spielfeld zusammengebrochen. Der Mittelfeldspieler hatte einen Herzstillstand erlitten und liegt seitdem im Krankenhaus. Das Spiel wurde später fortgesetzt. Eine falsche Entscheidung, wie sich nun immer mehr herausstellt.

Eriksen habe ihn angesehen und Kleinefeld habe gefragt: "Na, bist du wieder bei uns? Und er antwortete: Ja, ich bin wieder bei euch. Und: Verdammt, ich bin doch nur 29 Jahre alt." Der Notfallmediziner weiter: "Da wusste ich, das Gehirn ist nicht geschädigt und er ist vollständig wiederhergestellt." Noch während der Reanimation auf dem Platz wurde laut Kleinefeld ein Zugang gelegt und einmalig ein sogenanntes Antiarrhythmikum verabreicht.

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"Elektroschock gibt dann den entscheidenden Impuls"

Kleinefeld sagte, dass er sich noch im Stadion zu 99 Prozent sicher gewesen sei, dass der Däne stabil im Krankenhaus ankomme und dort auch stabil bleibe. "Bei einem medizinisch durchgecheckten Profisportler handelt es sich meistens um eine Art Kurzschluss, der das Kammerflimmern auslöst. Der Elektroschock gibt dann den entscheidenden Impuls, dass das Herz wieder schlägt. Bei so jemandem ist - anders als bei normalen Patienten, etwa mit Vorerkrankungen - die Wahrscheinlichkeit minimal, dass das Herz erneut stehen bleibt", erläuterte der Mediziner. (tno/dpa)

Dänemark trifft an diesem Donnerstag (18 Uhr im Liveticker bei RTL.de) in seinem zweiten Vorrundenspiel erneut in Kopenhagen auf Belgien.

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