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Eltern sprechen mit Familienministerin Lambrecht über Diskriminierung im Job

Gespräch mit Familienministerin

Im Job diskriminiert: Eltern fordern Gesetzesänderung!

Die Petition hat bereits über 50.000 Unterschriften gesammelt
Familienministerin Christine Lambrecht bei der Veranstaltung "#Gleiches Recht für Eltern"
RTL

Rückkehr nach Elternzeit – anders als geplant

Die Elternzeit ist vorbei, nun soll es zurück in den alten Job gehen. Doch der Neustart in den alten Job läuft anders ab als gedacht – oder eben gar nicht: die alte Stelle ist plötzlich nicht mehr da, die Position wurde neu besetzt oder soll auf einmal viel schlechter bezahlt werden. Zahlreiche Eltern berichten von ähnlichen Vorfällen oder Situationen, in denen sie aufgrund ihres „Elternseins“ schlechter behandelt wurden. Für Viele ist das Diskriminierung und diese sollte im Gesetz auch verankert werden. Das fordern die Zeitschriften „Brigitte“, „Eltern“ und die Initiative „proparents“. Betroffene konnten darüber auch mit Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) sprechen.

Petition mit 50.000 Unterschriften

Während man sich in Deutschland gegen viele Formen von Diskriminierung wehren kann, gibt es bei den Rechten von Eltern noch Nachholbedarf. Diskriminierung aufgrund von Religion oder aufgrund des Geschlechts beispielsweise stehen im Gesetz, die Diskriminierung von Eltern nicht. Das soll sich ändern: Die Zeitschriften „Brigitte“ und „Eltern“ haben zusammen mit der Initiative „proparents“ vor wenigen Monaten eine Petition gestartet. 50.000 Unterschriften konnten bislang gesammelt werden, alle mit dem Ziel, dass Elternschaft als Diskriminierungsmerkmal ins Gleichbehandlungsgesetz mit aufgenommen werden soll.

Beispiel einer jungen Mutter

Katja W. ist eine Betroffene. Sie wurde als junge Mutter in ihrem Job diskriminiert. Drei Jahre lang arbeitete sie als Teamleiterin an einer privaten Hochschule, wurde schwanger und ging in Elternzeit. Doch die Rückkehr verlief anders als gedacht:

„Am ersten Tag nach der Elternzeit bin ich zurückgekommen. Da kam mir meine Elternzeitvertretung entgegen und hat mir ins Ohr geflüstert: ja, sie hat jetzt einen neuen Vertrag bekommen. Dann wurde mein Chef irgendwie nervös und dann hieß es: Katja, es tut uns sehr Leid, die Abteilung gibt es so nicht mehr. Hier ist die betriebsbedingte Kündigung. Du bist fristlos entlassen.“

Gespräch im Familienministerium

Katja W. ist damit nicht allein: Juristen erreichen immer wieder schockierte Berichte von Eltern – meist Müttern, die in ihrem Job aufgrund ihrer Elternschaft benachteiligt und diskriminiert worden sind. Ein Problem, das es schon lange gibt und für das es aktuell keine richtige Lösung gibt. Bis jetzt: Die Initiatoren der Kampagne „#Gleiches Recht für Eltern“ richten sich mit ihrer Petition nun direkt an das Familienministerium. Ministerin Christine Lambrecht hört sich bei einem Treffen im Ministerium auch den Fall von Katja W. an und ist schockiert. Doch eine konkrete Lösung und definitive Zusage gibt es von Lambrecht zunächst nicht:

„Wir im Familienministerium haben Gutachten in Auftrag gegeben, um überhaupt mal die Zahlen genau zu erforschen und auch die unterschiedlichen Diskriminierungen, die es gibt, in den Blick zu nehmen und welche Möglichkeiten es gibt dagegen zu steuern und deswegen: Das muss ein Thema sein und da bin ich mir auch sicher: das wird im nächsten Bundestag auf die Tagesordnung kommen.“

Immerhin ein kleiner Hoffnungsfunke für Eltern in der gleichen Situation: zumindest wird auch in der Politik mittlerweile über das Thema gesprochen. Auch bei Katja W. gibt es inzwischen gute Nachrichten: Sie hat einen neuen Job gefunden, der gut mit ihrer Elternschaft zurechtkommt. Auch jetzt bei Kind Nummer drei.