Handys, Toaster, Kühlschrank und Co.

Elektro- und Elektronikschrott richtig entsorgen

Immer mehr elektronische Helfer erobern unser Leben
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03. Juni 2020 - 9:10 Uhr

Wohin mit den ausgedienten Geräten?

Elektrogeräte und elektronische Helfer sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken - egal ob Kühlschrank und Herd in der Küche oder Smartphone, Laptop und Fernseher. Doch diese durchaus nützlichen Geräte haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Irgendwann sind die Apparaturen defekt oder veraltet. Dann stellt sich die Frage: Wohin mit dem Elektroschrott? Die wichtigste Antwort gleich vorneweg: Sie gehören auf keinen Fall in den Hausmüll oder die Natur.

Elektroschrott enthält wertvolle Rohstoffe

Rohstoffquelle Elektroschrott
In ausgedienten Elektrogeräten stecken viele wertvolle Rohstoffe
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Die Rohstoffe der Erde neigen sich dem Ende. Edelmetalle werden immer knapper. Dementsprechend folgerichtig ist es, dass ausgediente Elektrogeräte wiederverwertet werden. Diese Teile sind voller wertvoller Rohstoffe. Sei es nun Kupfer, Platin oder Gold – für die Müllhalde sind diese Stoffe auf jeden Fall zu schade. Und die Mengen, die anfallen, sind gewaltig. So gehen Schätzungen davon aus, dass bis zum Jahre 2025 weltweit rund 60 Millionen Tonnen Schrott aus dem Bereich Elektro und Elektronik anfallen. Das entspricht dem Gewicht von rund 20.000.000 Geländewagen. In Deutschland wird hier nicht einmal die Hälfte des anfallenden Schrotts fachgerecht entsorgt. Was kann ich also als Verbraucher tun, um das zu ändern?

Der Handel muss Geräte zurücknehmen

Händler sind gesetzlich verpflichtet Altgeräte zurückzunehmen
Elektro- und Elektronikhändler sind verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen
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Im Grunde ist es ganz einfach: Der Handel ist laut Gesetz verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen und fachgerecht dem Recycling zuzuführen. Dabei gelten ein paar Regeln.

  • Wenn ein Elektro- oder Elektronik-Markt (auch Online) mehr als 400 Quadratmeter Verkaufs- oder Lagerfläche hat, ist er verpflichtet, Geräte mit einer Kantenlänge bis zu 25 Zentimetern unentgeltlich zurückzunehmen. Ohne Wenn und Aber. Allerdings kann es sich für den Verbraucher schwierig gestalten, diese Informationen einzuholen - insbesondere bei Internethändlern.
  • Müssen größere Kaliber entsorgt werden, gilt das Prinzip alt gegen neu. Kaufen Sie einen neuen Kühlschrank, ist der Händler verpflichtet, ihr Altgerät zurückzunehmen.

Wer sein altes Handy oder Smartphone loswerden will, hat dafür außer dem Handel noch einige andere Optionen - welche das sind, erklären wir hier.

Kostenlose Abgabe bei Wertstoffhöfen

Altgeräte können auch auf kommunalen Wertstoffhöfen abgegeben werden
Der Wertstoffhof ist eine gute Adresse, wenn es um Recycling geht
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Aber auch die Kommunen sind gute Anlaufstellen, um alte Haushaltsgeräte, Computer oder Rasenmäher loszuwerden. In der Regel gibt es hier sogenannte Wertstoff- oder Recyclinghöfe, die den Elektroschrott kostenlos annehmen. Manche Gemeinden bieten auch die Abholung an, dabei können allerdings Kosten anfallen.

Was ist denn eigentlich Elektroschrott?

Was ist eigentlich Elektroschrott
Was fällt eigentlich unter den Begriff Elektroschrott?
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Diese Frage lässt sich kinderleicht beantworten: Alles was selbst ein Kabel, einen Akku oder eine Batterie hat. So weit, so richtig. Doch was ist mit Ladekabeln, HDMI-Kabeln, Antennenkabeln, Autoradios, Druckerpatronen oder SIM-Karten? Da wir die Sache schon wieder komplizierter.

Grundsätzlich gilt alles als Elektro- bzw. Elektronikschrott, was elektrisch betrieben wird. Aber auch Anschlusskabel, Mehrfachsteckdosen oder Photovoltaikelemente fallen in diese Kategorie. Es gibt aber auch Dinge, die nicht auf den ersten Blick ins Elektrorecycling gehören: Turnschuhe mit Blinklicht zum Beispiel. Das Blinklicht ist fest im Schuh verbaut und somit sind die ausgelatschten Schuhe Elektroschrott.

Die Sonderfälle in Sachen Elektroschrott

Viele Dinge gehören nicht in den Elektroschrott
Es gibt viele Ausnahmen von der Regel
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Keine Regel ohne Ausnahme. Es gibt auch im Bereich Elektronik viele Sonderregelungen.

  • Batterien und Akkus: Diese Stromspender gehören nicht in den Elektroschrott, sondern müssen bei entsprechenden Sammelstellen abgegeben werden.
  • Autoradios bilden einen Sonderfall. Weil diese Geräte im Normalfall fest im Auto eingebaut sind, fallen sie nicht unter das Elektroschrottgesetz. Sie könnten eigentlich in den Hausmüll - aber besser sind sie auf dem Wertstoffhof aufgehoben. 
  • Für Warmwassergeräte und Klimaanlagen gelten ebenfalls eigene Regeln. Auch hier hilft es, bei der Stadt oder der Gemeinde nachzufragen, wie und wo man diese Geräte entsorgen kann.
  • Druckerpatronen und Tonerkartuschen: Hier muss man genau hinschauen.  Denn ist in den Farbspendern Elektronik verbaut, gehören sie in den Elektroschrott. Sind nur mechanische Teile verbaut, ist die Restmülltonne der richtige Ort für die Entsorgung.