2019 M01 14 - 15:02 Uhr

Sechs von zehn Liquids enthielten doch Nikotin

Hier steht das E in E-Zigaretten wohl für eklig... Wissenschaftler haben in Australien Liquids für E-Zigaretten untersucht und das Ergebnis war erschreckend: In den angeblich nikotifreien Liquids befanden sich doch Nikotin - und außerdem Spuren von Kot und Pestiziden.

Es fanden sich Nebenprodukte tierischer oder menschlicher Körperfunktionen

Kot, Pestizide und Nikotin – alles Inhaltsstoffe, die man eigentlich nicht einatmen möchte, vor allem wenn man angeblich nikotinfreie E-Zigaretten raucht. Für eine Studie des Telethon Kids Institute, die im "Medical Journal of Australia" veröffentlicht wurde, untersuchten Forscher die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen von E-Zigaretten und nahmen dazu zehn verschiedene "nikotinfreie" E-Liquids genauer unter die Lupe. Dabei wurde festgestellt, dass sechs von ihnen Spuren von Nikotin enthielten.

Die sowohl online als auch in Geschäften erhältlichen Liquids enthielten außerdem Spuren einer giftigen Substanz: 2-Chlorophenol. Diese wird normalerweise als Insektengift und Desinfektionsmittel verwendet. Und das ist noch nicht alles: "Wir haben auch andere Dinge gefunden - Nebenprodukte tierischer oder menschlicher Körperfunktionen - was darauf hindeutet, dass die Herstellung von E-Liquids möglicherweise nicht so sauber ist, wie man erwarten könnte", so Studienleiter Alexander Larcombe gegenüber der "Daily Mail".

Etikettenbeschriftung ist häufig irreführend

60 Prozent der untersuchten Liquids waren von den Verunreinigungen betroffen. Als großes Problem sehen die Forscher an, dass die Etiketten der Liquids oftmals irreführend seien und keine genauen Rückschlüsse auf sämtliche Inhaltsstoffe zuließen.

In Australien sind "Vaping"-Geräte und nikotinhaltige "Vaping"-Liquids generell verboten. Das Gesetz ist umstritten, besonders die Tabakindustrie versucht, das Verbot von elektronischen Zigaretten zu kippen.

In Deutschland wird der Konsum von E-Zigaretten immer beliebter, wie auch der Drogen- und Suchtbericht 2018 zeigt. Doch auch hierzulande steht das Rauchen von E-Zigaretten immer wieder in der Kritik. Viele Gegner halten die Zigaretten-Alternativen für genauso gesundheitsschädlich wie normale Zigaretten.

Darauf sollten Dampfer beim Liquid-Kauf achten

Christian Tänzer aus Köln ist Vape-Shop-Inhaber und hat sich auf die Fahne geschrieben, nur sichere Liquids, Basen und Aromen zu verkaufen. Er rät Kunden, die bei der Wahl ihrer Liquids unsicher sind: "Grundsätzlich müssen die Liquids immer pharmazeutische Qualitätsstandards erfüllen. Außerdem sollten Kunden auf Butterersatz-Aromen verzichten, da diese nachweislich der Lunge Schaden zufügen und deswegen auch gesetzlich verboten sind."

Dampfer sollten sich zudem auf den Händler- und Herstellerseiten umschauen, ob dort die Herkunft und Herstellung transparent dargestellt werde. "Nicht zuletzt", sagt Tänzer, "sollte der Käufer auch gezielt beim Händler nachfragen, ob er hinsichtlich Qualität der Lieferung Vertrauen habe."