17. April 2019 - 10:10 Uhr

von Linda Kotterba

Das perfekte Pedelec oder E-Bike zu finden, kann ganz schön zeitintensiv sein. Wir haben Fakten gesammelt und mit Experten-Hilfe die zehn häufigsten Fragen zum Thema beantwortet, damit Sie wissen, worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Frage 1: Ist teuer besser als billig?

Prinzipiell schon. Laut René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ist ein günstiges E-Bike ab 1.300 Euro ausreichend für alle, die es nur gelegentlich und für kurze Strecken benutzen. Vielfahrer und Fahrer, die langfristig etwas von ihrem E-Bike haben wollen, sollten jedoch mindestens 1.800 Euro ausgeben. Auf der sicheren Seite ist man ab einem Preis von 2.500 Euro.

Frage 2: Ist es vielleicht besser, das normale Rad mit einem Nachrüstungs-Set zum E-Bike zu machen?

Nein – auf gar keinen Fall, rät der ADFC-Experte. Viele Fahrräder sind für die zusätzliche Belastung nicht geeignet. Es besteht die Gefahr, dass die Teile überlastet werden und es zu Materialschäden oder zu Stürzen kommt. "Das kann man mit einem VW-Käfer vergleichen, den man mit einem Porsche-Motor ausstattet", sagt Filippek. Zudem sind die Nachrüstungs-Sets oft fast so teuer wie ein E-Bike selbst.

Frage 3: Welcher Motor soll es sein?

Der gängigste Motor bei Pedelecs ist der sogenannte "Mittelmotor", der beim Tretlager montiert ist. Dadurch ist der Schwerpunkt perfekt verlagert, das gibt ein gutes Fahrgefühl. Die günstigen Modelle sind oft mit einem Vorderradmotor ausgestattet. Da der Akku am Vorderrad jedoch ziemlich schwer ist, kann er das Lenkverhalten negativ beeinflussen. Sportliche Räder haben oft einen Heckmotor, der nachrüstbar und geräuscharm ist.

Frage 4: Wie lassen sich Kilos sparen?

E-Bikes können bis zu 25 Kilogramm schwer sein. Wem das zu viel ist, der sollte wissen, was er von einem E-Bike erwartet – so kann Gewicht gespart werden. Viele möchten ein E-Bike mit einer hohen Reichweite, dementsprechend groß und schwer ist der Akku. Wenn man nur gelegentlich, kurze Strecken fahren will, reicht ein E-Bike mit einem kleineren und leichteren Akku. "Für längere Strecken kann zur Not ein zweiter Akku mitgenommen werden", sagt ADFC-Experte Filippek. Allerdings bedeutet das wieder zusätzliches Gepäck.

Frage 5: Wie beständig ist der Akku?

Die Reichweiten bei neuen Modellen liegen je nach Modell meist zwar zwischen 50 und 120 Kilometern pro Akkuladung, jedoch nur bei Normalverbrauch. Das heißt: Wenn jemand schneller unterwegs ist, eine Steigung hochfährt, das Rad im Winter benutzt oder viel wiegt, verringert sich auch die Akkulaufzeit. Überlegen Sie am besten, für welche Zwecke Sie das E-Bike vor allem nutzen möchten.

Frage 6: Wie lange gilt die Garantie?

Grundsätzlich bekommen Kunden 24 Monate Garantie auf ein E-Bike. Wichtig für den Käufer ist, dass Verschleißteile wie der Akku auch in 4 bis 5 Jahren noch produziert werden. Das sollte man unbedingt vor dem Kauf mit dem Fachhändler absprechen.

Frage 7: Sind spezielle Versicherungen sinnvoll?

Für ein Pedelec, das bis zu 25 km/h fährt, ist keine spezielle Versicherung nötig. Sogenannte S-Pedelecs, die bis zu 45 km/h schnell werden, müssen versichert werden und brauchen ein Kennzeichen sowie eine Fahrerlaubnis. Für beide Modelle kann sich, vor allem in großen Städten, eine Diebstahlversicherung lohnen.

Frage 8: Ist eine Probefahrt vor dem Kauf zu empfehlen?

Unbedingt! Nur so lässt sich herausfinden, welches E-Bike wirklich zu einem passt. Wer etwas mehr Zeit braucht, kann ein Pedelec auch erstmal für einige Tage mieten. Oft wird der Mietpreis dann mit dem Kaufpreis verrechnet.

Frage 9: Kauf beim Discounter, Online oder im Fachhandel abwickeln?

Grundsätzlich empfiehlt der ADFC-Experte, E-Bikes im Fachhandel zu kaufen. Dort gibt es eine individuelle Beratung, Probefahrten sind möglich und eine detaillierte Anpassung des Rades. Falls mal etwas kaputt gehen sollte, ist ein Ansprechpartner vor Ort, der auch die ab und zu notwendigen Updates an der Software vornehmen kann. E-Bike-Fachmann Filippek empfiehlt einen Kauf beim Discounter oder Online nur Leuten, die sich schon mit den elektrischen Fahrrädern auskennen.

Frage 10: Wie finde ich den richtigen E-Bike-Händler?

Ein Händler sollte mehrere Marken im Angebot haben, damit er markenneutral beraten kann. Außerdem ist es praktisch, wenn er in der Nähe ist, damit Wartungsarbeiten schnell und einfach erledigt werden können. Oft bieten Händler, die eine eigene Werkstatt haben, die Reparatur zu besonders günstigen Konditionen.