Was Betroffene wissen sollten

Düsseldorfer Tabelle 2019: So viel Unterhalt steht Ihrem Kind zu

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9. März 2019 - 16:34 Uhr

Mehr Geld für Trennungskinder

Für Familiengerichte und geschiedene oder getrennt lebende Eltern ist die "Düsseldorfer Tabelle" die Richtschnur für den Unterhalt der Kinder. Seit dem 1. Januar 2019 gibt es eine neue Auflage der vom Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) veröffentlichten Übersicht. Trennungskinder in Deutschland haben seitdem einen Anspruch auf höheren Unterhalt. Wir fassen zusammen, was Betroffene jetzt wissen sollten.

Mindestbedarf für volljährige Kinder bleibt unverändert

Düsseldorfer Tabelle ab 1.1.2019

Nettoeinkommen

des Unterhaltspflichtigen

0-5

Jahre

6-11

Jahre

12-17

Jahre

ab 18

Jahre

1 bis 1.900 Euro 354 406 476 527
2 1.901 - 2.300 Euro 372 427 500 554
3 2.301 - 2.700 Euro 390 447 524 580
4 2.701 - 3.100 Euro

408

467 548 607
5 3.101 - 3.500 Euro 425 488 572 633
6 3.501 - 3.900 Euro 454 520 610 675
7 3.901 - 4.300 Euro 482 553 648 717
8 4.301 - 4.700 Euro 510 585 686 759
9 4.701 - 5.100 Euro 539 618 724 802
10 5.101 - 5.500 Euro 567 650 762 844
ab 5.501 Euro: nach den Fall-Umständen

Der Mindestunterhalt steigt für Kinder bis zum fünften Lebensjahr auf 354 Euro (2018 waren es 348 Euro). Sechs- bis Elfjährige haben Anspruch auf 406 Euro (+ 7 Euro zum Vorjahr). 12- bis 17-Jährige bekommen 476 statt 467 Euro monatlich. Der Mindestbedarf für volljährige Kinder von 527 Euro bleibt jedoch unverändert.

Was steht in der "Düsseldorfer Tabelle"?

Seit 1962 gibt es die "Düsseldorfer Tabelle". Sie dient als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Die Tabelle ist nach Alter des Kindes und Nettoeinkommen gegliedert: Wer mehr verdient, zahlt auch mehr für den Nachwuchs, und Jüngere bekommen nicht so viel wie Ältere. Die Erhöhung zum Jahreswechsel beruht auf der Mindestunterhaltsverordnung.

Unterhaltsvorschuss – wenn Elternteile ihren Verpflichtungen nicht nachkommen

Eine Trennung ist besonders schmerzvoll, wenn auch Kinder betroffen sind. Noch schlimmer ist es, wenn Elternteile ihren Unterhaltsverpflichtungen nicht nachkommen. Um Familien unter die Arme zu greifen, springt der Staat seit Juli 2017 mit einem Unterhaltsvorschuss für Kinder bis 12 Jahren ein. Was dieser Vorschuss betroffenen Müttern gebracht hat und weshalb sich mehr als die Hälfte aller Väter vor den Zahlungen drückt, erfahren Sie im Video.