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Drama in Windeck (NRW): Ausgehungertes Alpaka durchs Fenster geworfen - tot!

Tödliche Folge des süßen Hypes?

Ausgehungertes Alpaka durchs Fenster geworfen - tot!

Das Tier konnte wegen der Wurfverletzungen nicht mehr laufen
Das Tier konnte wegen der Wurfverletzungen nicht mehr laufen
Petra Borrmann

Von Nico Nölken

Sie sind süß, flauschig und immer freundlich: Alpakas bringen jeden zum Lächeln. Doch ausgerechnet Petra Borrmann, die im idyllischen Windecker Ländchen (NRW) seit 17 Jahren einen der erfolgreichsten Alpakazuchtbetriebe Deutschlands führt, ist das Lachen nun vergangen. Unbekannte haben ihr in der Nacht zu Samstag ein fremdes Fohlen durchs offene Fenster geworfen. Das junge Alpaka verstarb an vorausgegangener Unterernährung und den schlimmen Folgen des harten Aufpralls.

"Das hat uns jemand hier reingeschmissen!"

Das Auge des jungen Fohlen war fast vollständig zu geschwollen
Das Auge des jungen Fohlen war fast vollständig zu geschwollen
Petra Borrmann

Als Petra Borrmann am Samstagmorgen nach ihren rund 70 Alpakas schaute, fand sie ein neues, mit Kot überzogenes Fohlen in ihrem Stall vor, das nicht laufen konnte. „Es robbte sich durch den Dreck. Wir dachten erst, es sei ein Neugeborenes, aber das Tier war viel zu groß und schwer. Wir glaubten, wir haben etwas übersehen und haben uns Vorwürfe gemacht.“

Doch die Züchterin fand keine Plazenta und keine Stute, die als Mutter in Frage käme. Schnell war klar: „Das hat uns jemand hier reingeschmissen!“

Spuren auf der Wiese beweisen, dass Unbekannte das 14 Kilo-Tier nachts einfach durchs Fenster geworfen haben müssen. Damit die Tiere bei den warmen Temperaturen genügend Luft haben, waren die Fenster des Stalls geöffnet. Der Täter muss das Fohlen laut Borrmann durch die Öffnung auf Brusthöhe geworfen haben.

Fohlen hatte klare Wurfverletzungen

Ein Zahn des Tieres war locker, der andere abgebrochen
Ein Zahn des Tieres war locker, der andere abgebrochen
Petra Borrmann

Unglaubliche Folgen des Sturzes: Der Unterkiefer des Alpakas war blutrot geschwollen, ein Zahn locker, der andere abgebrochen. Das Auge war stark geschwollen. „Es konnte nicht aufstehen, hat immer gezuckt. Das Tier hatte laut Arzt ganz klare Wurfverletzungen“, berichtet Borrmann RTL.

Das sanftmütige Wesen hatte wegen vorausgegangener Unterernährung und den Folgen des Sturzes keinen Lebenswillen mehr, konnte nicht mehr trinken. „Wir haben Infusionen gelegt, mit Antibiotika alles gegeben. Am Nachmittag bekam es dann Fieber, war nur noch am krampfen. Ich habe sie nur noch gehalten, bis sie an meiner Brust für immer eingeschlafen ist. Bis zum Schluss waren wir bei ihr und haben gemerkt, dass ihr das wichtig war. Wir sind unendlich traurig.“

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Petra Borrmann vermutet, dass das Tier gestohlen oder nicht mehr gewollt gewesen sein könnte. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass die Mutter gestorben und der Unbekannte mit der aufwändigen Aufzucht an der Flasche überfordert gewesen ist, vermutet die Windeckerin.

Die erfahrene Züchterin bietet selbst Alpaka-Wanderungen an, warnt aber vor den Folgen des regelrechten Hypes: „Alpakas werden immer mehr als Trend-Tiere gesehen. Viele legen sie sich zu, können die Verantwortung dann aber nicht tragen und wollen das Tier schnell wieder loswerden.“

Züchterin will rücksichtslosen Tierquäler durch DNA-Abgleich finden

Den unbekannten Täter will sie nun finden. Die Ermittlungen der Polizei dauern an. Weil das junge Tier noch nicht gechipt und registriert war, hat Borrmann Blut entnommen, um durch einen DNA-Abgleich möglicherweise das Muttertier ausfindig zu machen. Diese Spur könnte zum rücksichtslosen Tierquäler führen.