Nach Familiendrama in Dortmund

Jetzt spricht ein Nachbar: "Sie waren eine Vorzeigefamilie"

05. April 2020 - 14:06 Uhr

Polizei geht von Tötungsdelikt aus

Am Donnerstag hat die Polizei in einer Wohnung in Dortmund-Barop die Leiche einer 38-Jährigen und ihrer drei Kinder - ein Mädchen und zwei Jungen - aufgefunden. Der Familienvater (41) steht unter Tatverdacht. Er soll wenig später Suizid begangen haben. "Der Täter ist tot. Wir haben keinen anderen Verdächtigen", erklärte die Polizei kurz darauf. Es sei von einem "vierfachen Tötungsdelikt mit anschließendem Suizid durch den Ehemann" auszugehen. Nachbar Josef Bornschlegel (68) kann nicht fassen, was passiert ist. Im Video erzählt er von der "Vorzeigefamilie" von nebenan.

"Sie kümmerten sich gut um ihre Kinder"

Ein ganz normales Einfamilienhaus. Am Fenster eines Zimmers sieht man ein selbstgemaltes Bild. Darauf zu sehen: Ein Regenbogen und die Aufschrift "Alles wird gut". Viele Kinder haben solche Bilder in der Corona-Zeit gemalt, um anderen Trost zu spenden. Umso schlimmer ist das, was mit den kleinen Künstlern geschehen ist. Für sie wird nichts mehr gut. Sie wurden offenbar kaltblütig getötet. Unter dringendem Tatverdacht: Der eigene Vater.

Dabei schien alles gut zu sein. "Angenehm, mustergültig, eigentlich eine Vorzeigefamilie". So beschreibt Nachbar Josef Bornschlegel die Familie. Es hätte den Anschein gemacht, als seien sie eine tolle Familie gewesen, Eltern, die sich um ihre Kinder gekümmert hätten, so der 68-Jährige. "Es erschüttert".

In einem Fenster des Hauses hängt dieses Regenbogenbild mit der Aufschrift "Alles wird gut".
In einem Fenster des Hauses hängt dieses Regenbogenbild mit der Aufschrift "Alles wird gut".
© RTL

"Nicht auszuschließen, dass seine Frau das Hauptziel war"

Wie RTL-Reporter Ulrich Klose berichtete, tappe die Polizei im Dunkeln. "Der Familienvater galt als unbescholten, hatte keine Vorstrafen, er hatte sich am Vortag der Tat abgemeldet beim Arbeitgeber, er wolle von zu Hause aus arbeiten." Danach habe er angeblich seine Frau und seine drei Kinder getötet. "Nicht auszuschließen, dass seine Frau das Hauptziel war", so Ulrich Klose. Sie habe er mit einem Hammer oder einem hammerähnlichen Gegenstand übel zugerichtet. Die Kinder seien erdrosselt worden - offenbar in der Nacht.

Hilfe bei Selbstmord-Gedanken

Wenn Sie Selbstmord-Gedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichen Sie Menschen, die Ihnen die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.