Ermittlungen wegen Steuer- und Versicherungsbetrug

Donald Trump würde „seine Kinder verraten“ um sich zu retten - Ex-Anwalt packt aus

Würde Donald Trump sogar Tochter Ivanka opfern, um seine eigene Haut zu retten?
Würde Donald Trump sogar Tochter Ivanka opfern, um seine eigene Haut zu retten?
© dpa, Bernd von Jutrczenka, bvj vge hjb

25. Mai 2021 - 12:18 Uhr

Ermittlungen gegen Trump Organization: Würde Donald Trump sogar die Familie opfern?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Trump Organization. Um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, werde Trump auch nicht davor zurückschrecken, seine eigene Familie zu opfern, glaubt sein Ex-Anwalt Michael Cohen.

Ehemaliger Trump-Vertrauter Michael Cohen veröffentlicht Enthüllungsbuch

Michael Cohen war lange Zeit einer der engsten Vertrauten und Anwälte von Donald Trump. Ständig musste er in juristisch heiklen Situationen dessen Kopf aus der Schlinge ziehen - und dafür war Cohen auch bereit, sich die Finger schmutzig zu machen. Am Ende landete er im Gefängnis, wegen Falschaussage vor dem US-Kongress und Steuerhinterziehung wurde er im Jahr 2018 zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt.

Im vergangenen Jahr rächte sich der ehemalige Vertraute mit einem Enthüllungsbuch, in dem er schonungslos mit Trump abrechnet. "Disloyal: A Memoir" lautete der Titel seiner 432 Seiten umfassenden Abrechnung, darin bezeichnete er den nicht mehr im Amt befindlichen US-Präsidenten unter anderem als "Schwindler, Lügner, Betrüger, Tyrann".

Muss sogar Ivanka dran glauben? "In jedem Fall wird er seine Kinder verraten"

Seitdem ist Cohen bei US-Medien ein gefragter Interviewpartner. Diese Woche legte er im Gespräch mit dem Sender MSNBC nach. Cohen ist sich sicher: Um seine eigene Haut in den derzeitigen Ermittlungen wegen möglichen Steuerbetruges zu retten, würde der 74-jährige Trump auch nicht davor zurückschrecken, seine eigene Familie zu opfern. "In jedem Fall wird er seine Kinder verraten."

"Ich glaube wirklich, dass Donald Trump sich nur um sich selbst kümmert und er merkt, dass das Ding gelaufen ist", fährt Cohen fort. Während seines MSNBC-Interviews erklärt er, Trump werde versuchen, die Schuld für jedes Fehlverhalten auf jemand anderes als sich selbst abzuwälzen. Sein Finanzchef (CFO) werde schuld sein, sein Buchhalter, sein Gutachter, womöglich sogar seine Kinder. "Das ist das Problem, es ist niemals Donald Trump. Es ist immer jemand anderes."

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Trump Organization: Ermittlungen wegen angeblicher Steuerhinterziehung

Bei den derzeitigen Ermittlungen gegen Trump geht es unter anderem darum, ob die Trump Organization Steuer- und Versicherungsbetrug begangen hat und ob er den Wert seines Vermögens zu Kredit- und Steuerzwecken manipuliert hat. Weisselberg, der langjährige Finanzchef der Trump Organization und seit mehr als 40 Jahren Trumps Finanzberater, steht derzeit im Fokus der ermittelnden Staatsanwälte.

Um sich zu retten, sei Trump zum Äußersten bereit, glaubt Cohen: "Im Notfall muss sogar Ivanka dran glauben. Ich kenne Donald Trump wirklich gut und habe da überhaupt keine Zweifel." Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, drohen Ivanka, aber auch ihren Brüdern Haftstrafen. Don Junior und Eric Trump leiten die Organisation, seit ihr Vater 2016 das Amt des US-Präsidenten ausübte.

Trumps Presseteam hat sich bislang nicht zu dem Fall geäußert.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst bei stern.de