Schnurren ist nicht immer ein gutes Signal

6 Anzeichen dafür, dass Ihre Katze total gestresst ist

Gestresste Katze kauert auf dem Boden.
© iStockphoto, iStock, Konstantin Aksenov

19. Oktober 2020 - 11:57 Uhr

Manchmal sind Katzen nicht zu durchschauen?

Sie kennen die Videos bestimmt: Legt man hinter eine Katze eine Gurke, wird sie vor Schreck einen Satz machen, sobald sie die Gurke sieht. Wir Menschen finden das Verhalten von Katzen oft urkomisch - welche Gefahr sollte von einer Gurke ausgehen? Es braucht aber oft nicht viel, um zu verstehen, was in einer Katze eigentlich vorgeht. Sieht die Gurke auf den ersten Blick nicht ein bisschen aus wie eine Schlange? Und davor haben Katzen bestimmt Angst!

Nicht nur Gurken stressen Katzen

Ganz ähnlich ist es mit anderen kätzischen Verhaltensweisen. Einige zeigen zum Beispiel, dass die Katze sich gestresst fühlt. Tierverhaltensforscherin Dr. Kelly Ballantyne, Mitautorin des Buches "Decoding your Cat", hat dem US-amerikanischen Tiermagazin The Dodo verraten, welche Anzeichen dafür sprechen, dass der Stubentiger gerade ziemlich gestresst oder, schlimmer noch, ziemlich krank ist.

1. Ihre Katze hält sich den ganzen Tag in Verstecken auf

Klar: Wenn es zu laut und zu hektisch wird oder Besuch im Haus ist, macht die Samtpfote schon einmal den Abmarsch. "Wenn eine Katze sich gestresst fühlt, versteckt sie sich oder bleibt regungslos sitzen", sagt Dr. Kelly Ballantyne dem Tiermagazin. Da fühlt sie sich sicher und hat den Überblick. Eine Alarmsignal ist allerdings, wenn Miezi aus ihren Verstecken gar nicht mehr oder nur sehr selten auftaucht. Dann ist es nicht nur Stress, sondern vielleicht auch eine ernste Krankheit, die sich dahinter verbirgt.

2. Ihre Katze schnurrt in seltsamen Situationen

Nichts ist so beruhigend wie eine schnurrende Katze auf dem Schoss. Die Katze ist glücklich und entspannt - und das überträgt sich auf den Menschen. Aber manchmal schnurren Katzen in Situationen, die gar nicht entspannt sind - wenn sie zum Beispiel auf dem Weg zum Tierarzt sind. "Katzenkinder schnurren, wenn sie gestillt werden", sagt Tierforscherin Ballantyne, "es kann also sein, dass sie ein Bedürfnis signalisieren und Zuwendung brauchen." Also am besten mal checken, ob noch genug Futter im Napf ist oder eventuell Streicheleinheiten nötig sind.

3. Ihre Katze geht in ungewöhnlichen Situationen in die Kauer-Stellung

Wenn Stubentiger mal Pause machen wollen, gehen sie gerne in die sogenannte Kauer-Position: Pfoten und Schwanz werden eingefahren und der Schlafzimmer-Blick wird aufgesetzt. Alles easy! Aber, Achtung: Wenn Ihre Katze dabei weit geöffnete Pupillen hat und oft die Ohren nach hinten anlegt, handelt es sich um eine gestresste Schutzhaltung. Die Verhaltensforscherin rät in diesem Fall: Geben Sie der Katze Raum - und versuchen sie sie mit einem Katzenlächeln zu entspannen. Wie Sie Ihrer Katze zulächeln können, verraten wir Ihnen hier!

4. Ihre Katze miaut wie ein Wasserfall

Miauen ist einfach nur süß - und Katzenfreunde können keinem Miauen widerstehen. Das ist gut so, denn mit dem Miauen will die Katze ja erreichen, dass sie etwas bekommt: Essen, Trinken oder Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Manchmal bringen Katzen Menschen so dazu, sie sogar morgens um 4 Uhr zu füttern. Wenn das Miauen aber plötzlich nicht mehr aufhören will, ist das ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Katzenexpertin Ballantyne rät dann dazu, dem Tierarzt zügig einen Besuch abzustatten.

5. Ihre eigentlich stubenreine Katze benutzt ihr Katzenklo nicht mehr

Ihre Katze ist eigentlich schon lange stubenrein - doch dann fängt sie an, auf den Boden oder gar gegen die Wand zu urinieren? Wenn die Katze auf den Boden macht, stimmt etwas mit dem jetzigen Katzenklo nicht. Muss es eventuell sauber gemacht werden? Oder hat sich etwas in der Wohnung verändert? Dann machen Katzen eher gegen die Wand, denn sie wollen ihr Revier markieren. Vielleicht gibt es eine neue Katze in der Nachbarschaft oder sie haben Möbel umgestellt? Ihre Katze ist jedenfalls gestresst. "Am besten ein zusätzliches Katzen-Klo in der Nähe eines ihrer Verstecke platzieren", rät Ballantyne. Bei älteren Katzen ist es allerdings anders: Wie beim Menschen versagt schon mal der Schließmuskel.

6. Ihre Katze übergibt sich oft

Katzen übergeben sich halt öfter mal - so ist die landläufige Meinung. Wenn es sich um Haarknäuel handelt, ist das sogar korrekt. Aber wenn Ihr Stubentiger häufiger Nahrung erbricht, dann stimmt etwas nicht. Erbrechen kann Stress bedeuten - entweder, weil der Futternapf an einer unangenehmen, sprich für die Katze unsicheren Stelle steht, weil die Futtersorte gewechselt wurde oder durch eine plötzliche Veränderung, zum Beispiel, wenn Sie nach einem längeren Urlaub wieder zur Arbeit gehen. Dann essen Katzen zu schnell und müssen sich deswegen übergeben. Die Tierexpertin rät in einem solchen Fall dazu, kleine Futterportionen an mehreren Stellen der Wohnung oder des Hauses zu verteilen. Auch ein Spielzeug, in dem das Futter versteckt ist, kann Ihre Katze beim Fressen entschleunigen.

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