Asche steckt in der Kugel

USA: Mann bowlt "mit" totem Vater - und gewinnt!

Die "ganz besondere" Kugel soll John Glück bringen.
Die "ganz besondere" Kugel soll John Glück bringen.
© iStockphoto, FluxFactory

30. April 2021 - 17:09 Uhr

Himmlische Unterstützung

Es ist ein Gedanke, den wohl jeder verstehen kann: John Hinkle Jr. will seinem Vater alle Ehre erweisen und die Erinnerung an ihn am Leben erhalten. Nur der Weg ist mehr als ungewöhnlich. Denn der 39-Jährige lässt die Asche seines Vaters in eine Bowling-Kugel einarbeiten und versiegeln. Das Ziel: 12 Runden – 12 Strikes – 300 Punkte. Der perfekte Punktestand mit der Hilfe seines Vaters.

Die Liebe zum Sport

Sowohl er selbst, als auch sein Bruder Joe sind durch den verstorbenen Vater an den Bowling-Sport geraten. Nach dessen Tod entscheidet sich John deshalb dazu, seine Asche in das Daumenloch einer Kugel einarbeiten zu lassen. Da der zweifache NCAA-Bowling-Champion selbst mit zwei Händen wirft, behindert ihn das verschlossene Loch nicht auf der Bowling-Bahn. "Ich habe mit meinem Bruder gesprochen und ihm gesagt: "Ich werfe die 300 mit dieser Kugel", sagt John in einem Bericht der "New York Post". Und Joe darauf: "Tu es!"

Ein unvergessliches Erlebnis

Mit dem Ziel des perfekten Spiels geht es für die Brüder auf die Bowling-Bahn – und zwar nicht auf irgendeine: sie fahren zurück in ihre Heimatstadt in Illinos, in den USA. Auch wenn es für John nicht das erste perfekte Spiel in seiner Karriere wäre, die Emotionen überkommen den Bowling-Spieler trotzdem: "Nach der 11. und 12. Runde hatte ich Tränen in den Augen. Ich hätte nicht sagen können, wohin die Kugel in der letzten Runde geflogen ist", beschreibt John das Erlebnis. 12 Runden – 12 Strikes. Sein Vater hatte es zu Lebzeiten nie geschafft, die perfekte Punktzahl zu werfen. "Es ist etwas ganz besonderes. Mein Vater hat 298, oder 299 geworfen, aber er hat nie die 300 geschafft. Ich hatte Gänsehaut. Er war da," berichtet er stolz.

In Deutschland verboten

In Deutschland wäre die Aktion aus den USA übrigens gar nicht erlaubt gewesen. Die Möglichkeiten sind bei uns sehr viel stärker reguliert. In den USA ist es jedoch schon öfter vorgekommen, dass aus der Asche von geliebten Personen ganz persönliche Andenken geschaffen wurden. Auch in anderen Ländern gibt es teilweise außergewöhnliche Trends.

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